MÜNCHEN (dpa-AFX) - Die "Süddeutsche Zeitung" zur Bildpolitik:

"Die Bundesrepublik steht Symbolpolitik traditionell eher skeptisch gegenüber, weil das Land im Nationalsozialismus die Erfahrung groß angelegter Manipulation durch Bilder gemacht hat. Das ist verständlich, darf aber nicht dazu führen, Bilderfragen vor lauter Enthaltsamkeit Populisten zu überlassen. Vielmehr gilt es, zu diskutieren, welche Gedenkstücke - etwa Kriegerehrungen - Tafeln und Gegenbilder benötigen, die sie historisieren und so die Gegenwart doch noch auf Distanz zur Geschichte bringen. Diese Debatte ist in Deutschland nun bei den Straßennamen angekommen, über die in etlichen Städten eigene Kommissionen beraten. Auch hier stellt sich bei jedem Verdächtigen die Frage: Würdigt eine Ehrung der Person auf Briefköpfen und Schildern einen Täter, der nationalsozialistisches, koloniales, anderes Unrecht verantwortet? Oder handelt es sich um historisch gewachsenes Kulturgut, das man nicht ohne Not eigenen Maßstäben unterwerfen sollte? Jede Kommune muss selbst um diese Fragen ringen."/yyzz/DP/fba