MÜNCHEN (dpa-AFX) - "Süddeutsche Zeitung" zur Diskussion über Impfempfehlung für Kinder:

"Nichts gegen positive Anreize, nach der Bratwurst ist vor dem Freibier. Die Politik aber muss trotzdem dringend darauf hinarbeiten, dass spätestens im Herbst der Alltag für all diejenigen Erwachsenen maximal unbequem wird, die sich nicht impfen lassen wollen, obwohl es für sie genügend Vakzin und eine klare Impfempfehlung gibt. Nachdem Kinder und Jugendliche eineinhalb Jahre lang mitgeholfen haben, die Älteren zu schützen, obwohl sie selbst ein geringeres Risiko hatten, schwer zu erkranken, müsste inzwischen noch der letzte Erwachsene kapiert haben, dass er jetzt dran ist. Offensichtlich aber klappt das nicht gut genug. Die Reaktion der Politik darauf sollten kostenpflichtige Schnelltests sein, Stadion- und Restaurantbesuche nur noch für Geimpfte oder mit teurem PCR-Test. Stattdessen forcieren Bund und Länder die Impfung von Kindern. Vor der Drohkulisse des neuen Schuljahres wird dieses Angebot der anderen Art seine Wirkung bei vielen nicht verfehlen. Fair aber ist das nicht."/ra/DP/nas