MÜNCHEN (dpa-AFX) - "Süddeutsche Zeitung" zur Flüchtlingskrise Belarus/Polen:

"Wie können Polen und die EU reagieren? Die traurige Wahrheit ist: Beide haben kurzfristig keine echte Handhabe in dieser hybriden Auseinandersetzung. Das Militär gegen unbewaffnete, verzweifelte Migranten in Marsch zu setzen, ist keine Option. Auch Frontex oder die Vereinten Nationen haben keine Musterlösungen für solche Krisen parat. Also errichtet Polen nun hinter Stacheldrahtreihen auch eine Mauer. Doch der Bau wird sich hinziehen, ist angesichts des gut 400 Kilometer langen, auch durch Flüsse oder Sümpfe führenden Grenzgebiets in Teilen kaum umsetzbar. Und politisch? Lukaschenko oder Putin entgegenzukommen, hat seit Jahren keinen Erfolg gezeigt. Also müssen weitere Sanktionen folgen. Gegen das Regime in Belarus, aber auch gegen Moskau, sofern die EU handfeste Belege für eine russische Beteiligung hat. Das Drama an der Grenze zwischen Polen und Belarus - es ist wohl nur ein erster Höhepunkt, dem weitere folgen werden."/yyzz/DP/nas