MÜNCHEN (dpa-AFX) - "Süddeutsche Zeitung" zur Genderpolitik:

"Debatten über Genderpolitik haben etwas Ermüdendes. Vor allem, weil Argumente oft mit einer Verbissenheit vorgetragen werden, die Kompromisse ausschließt. Eine Selbstverständlichkeit ist es darum nicht, dass Familienministerin Christine Lambrecht jetzt Ministerien und Behörden den Verzicht auf gendergerechte Sonderzeichen nahelegt. Die Verständlichkeit sei nicht sichergestellt, die Verwendung entspreche nicht den Rechtschreibregeln. Die Nennung der weiblichen Form neben der männlichen, wie es Lambrecht empfiehlt, ist rechtschreibkonform und spaltet die Gesellschaft weniger. So viel Pragmatismus hätte man kaum für möglich gehalten. Von Behörden darf man erwarten, dass sie sich an die Rechtschreibregeln halten. In Baden-Württemberg aber will Kultusministerin Theresa Schopper es Schüler*innen, Schülerinnen und Schülern selbst überlassen, wie diese sich bezeichnen. Das schafft nur Verwirrung, keine Klarheit."/yyzz/DP/he