KONSTANZ (dpa-AFX) - "Südkurier" zu Bundeswehr/Afghanistan:

"Wie so oft, wenn in Deutschland Politik auf Militär trifft, wirkt das Ergebnis verkrampft. Nach deutlich vernehmbarer Kritik wird den Afghanistan-Heimkehrern der Bundeswehr nun doch ein Großer Zapfenstreich zuteil. Bei Musik und Fackelschein wird übertüncht, dass der Einsatz am Hindukusch - trotz der Dauer von 20 Jahren - stets nur ein Randthema geblieben ist. Obwohl insgesamt 160|000 Soldaten in Afghanistan eine Leistung erbracht haben, die Anerkennung verdient, wird ihnen das von einer Gesellschaft verweigert, deren Haltung zur Truppe seit dem Ende des Kalten Krieges zunehmend von Desinteresse und Ablehnung geprägt wird. Wer dagegen nicht angeht und - wie Ministerin Kramp-Karrenbauer - eine Ehrung zunächst nur auf Sparflamme gewährt, muss sich nicht wundern, wenn es der Bundeswehr an Nachwuchs fehlt. Eine Lehre aus Afghanistan sollte auch sein, dass sich das ändern muss. Ein Land, das eine Armee finanziert, muss auch zu ihr stehen."/DP/jha