KONSTANZ (dpa-AFX) - "Südkurier" zu Wahlkampf/Grüne:

"Verfahrener könnte die Lage für die Grünen kaum sein. Die Vorwürfe gegen Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock nehmen kein Ende, die Folgen zeigen sich in aller Brutalität in den Meinungsumfragen. Ein Wahlsieg am 26. September rückt in weite Ferne. Die Partei muss froh sein, wenn sie nicht hinter der SPD auf Platz 3 landet. Und doch kann die Parteispitze um Robert Habeck nicht vorwärts und nicht rückwärts. Mit Baerbock auf den Wahlplakaten bleibt für die Grünen der Weg ins Kanzleramt aller Voraussicht nach versperrt. Aber: Noch schlimmer käme es, würden sie die Spitzenfrau auf den letzten Metern auswechseln. Es wäre das Eingeständnis, auf eine Kandidatin gesetzt zu haben, die dem Druck nicht gewachsen ist. Wem es in der Küche zu heiß ist, sollte nicht Koch werden - so eine alte Politikerweisheit, an die Wolfgang Schäuble erinnert. Baerbock wird es folglich durchziehen müssen. Ihr Wahlziel heißt allerdings nicht mehr Kanzlerschaft, sondern Schadensbegrenzung."/be/DP/he