RAVENSBURG (dpa-AFX) - "Schwäbische Zeitung" zu Corona/Politik:

"Was Deutschland im Zuge der Corona-Pandemie am wenigsten gebrauchen kann, ist ein tiefes Misstrauen gegen die staatlichen Institutionen und deren Repräsentanten. Die jüngsten Recherchen im Umfeld des CSU-Bundestagsabgeordneten Georg Nüßlein, wie das ungeschickte und ärgerlich fahrlässige Verhalten von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sind Wasser auf die Mühlen der Demokratieverächter. In der jetzigen Gemengelage mag so ein abendlicher Kurztrip fast zu vernachlässigen sein, aber das Signal, das damit gesendet wird, ist verheerend: Wasser predigen, Wein trinken. Kindergeburtstage müssen ausfallen, doch der Gesundheitsminister sammelt bei einem privaten Treffen unbeeindruckt Spenden für seine Partei ein. Die Glaubwürdigkeit des für die Gesundheit der Bevölkerung zuständigen Ministers ist mehr als ein hohes Gut. Ohne sie kann die Pandemie nicht erfolgreich besiegt werden."/yyzz/DP/he