RAVENSBURG (dpa-AFX) - "Schwäbische Zeitung" zum Meuthen-Rückzug:

"Jörg Meuthen geht - und wohin steuert die AfD nach ihm? Diese Frage ist offen. Denn Meuthens Rückzug vom Amt des Bundessprechers bedeutet keineswegs, dass der letzte Statthalter einer noch irgendwie gemäßigten Parteilinie geht. Als solcher hat sich der Professor gerne inszeniert. Und zwar immer dann, wenn es ihm aus strategischen Gründen passte. Das zeigt der Blick auf seine Parteikarriere, die in Baden-Württemberg begann. Der Abschied aus Stuttgart, wo er mangels Führungsstärke und Bindung an die Basis verbrannte Erde hinterließ, führte nach Brüssel. Von dort legte er sich mit seinen alten Vertrauten Höcke und Co. an, wohl auch aus Angst vor einer offiziellen Beobachtung der Partei durch den Verfassungsschutz. Nun zieht sich Meuthen zurück, sein Rückhalt schwand zuletzt über Baden-Württemberg hinaus. Die AfD verliert ein Gesicht, das zumindest Wohlmeinende als gemäßigt einordneten. Doch die Maske der bürgerlichen Partei hat die AfD ohnehin längst abgelegt."/yyzz/DP/he