BERLIN (dpa-AFX) - 'Tageszeitung' zu Glyphosat/Bayer

Auch wenn Bayer und seine US-Tochterfirma Monsanto jetzt das Gegenteil behaupten: Der Vergleich des Chemiekonzerns mit mutmaßlichen Opfern seiner glyphosathaltigen Pestizide kann als Eingeständnis interpretiert werden, dass das Mittel möglicherweise doch Krebs verursacht. Denn wenn die Bayer-Manager ihrer Sache sicher wären, würden sie wohl kaum die legendär hohe Summe von 11 Milliarden Dollar zahlen an Kläger, die ihre Krebserkrankung auf Glyphosat zurückführen. Bayer hat selbst eingeräumt, dass weitere Schuldsprüche denkbar seien. (...) Dass die wichtigsten Zulassungsbehörden auf Bayers Seite stehen, bedeutet nicht viel. Denn diese Ämter arbeiten nach einem international ähnlichen, aber mangelhaften System: Immer wieder erlaubt es Pestizide, die sich später als zu gefährlich herausstellen. Der Insektenkiller Chlorpyrifos etwa war jahrzehntelang in der EU zugelassen, bis auch die Behörden begriffen, dass er Embryonen schädigt./yyzz/DP/zb