BREMEN/HAMBURG (dpa-AFX) - Rund 1500 Menschen haben am Mittwoch nach Gewerkschaftsangaben vor dem Airbus -Hauptgebäude in Bremen gegen einen drohenden Stellenabbau bei dem Flugzeugbauer protestiert. Der IG Metall zufolge gab es bundesweit an Airbus-Standorten Kundgebungen

- im Norden etwa in Hamburg sowie im niedersächsischen Nordenham,

Stade und Varel. Aus Sicht der Arbeitnehmervertreter gefährdet der geplante Stellenabbau die Zukunft von Airbus und seinen Tochtergesellschaften. Airbus hat angekündigt, wegen der Luftfahrt-Krise weltweit 15 000 Stellen streichen zu wollen - davon 5100 in Deutschland.

Zu dem Aktionstag unter dem Motto "Wenn wir zusammenhalten, ist alles möglich" waren demnach auch Vertreter und Vertreterinnen der Politik eingeladen. "Wir kämpfen um jeden einzelnen Arbeitsplatz", sagte der Politische Sekretär der IG Metall Bremen, Ernesto Harder. "Hinter jeder Stelle, die gekürzt wird, steht ein Schicksal." Er forderte die Arbeitnehmerseite auf, Verantwortungsbewusstsein zu zeigen.

"Niemand bestreitet, dass es aufgrund der Pandemie eine Krise gibt", sagte Harder. Allerdings gebe es zum geplanten Stellenabbau durchaus Alternativen wie 24 Monate Kurzarbeitergeld, um Airbus die Personalkosten einsparen zu lassen oder staatliche Fördergelder zur Zukunftsentwicklung, schrieb die Gewerkschaft. Sollten die Pläne der Arbeitgeberseite umgesetzt werden, wäre Bremen laut IG Metall besonders stark von Stellenstreichungen betroffen. Demnach könnten am Airbus-Standort Bremen mit über 5000 Beschäftigten in den nächsten zwei Jahren rund 1000 Beschäftigte ihren Job verlieren./hho/DP/jha