GRODNO (dpa-AFX) - Erstmals sind belarussische Behörden auf die Opposition zugegangen. In der Stadt Grodno an der Grenze zum EU-Land Polen habe die Verwaltung einige Forderungen der Demonstranten akzeptiert, berichteten Medien in Belarus am Mittwoch. Die Behörden der Stadt mit mehr als 370 000 Einwohnern veröffentlichte dazu auf ihrer Internetseite zehn Punkte als "Antwort auf die Beschwerde der Öffentlichkeit".

Demnach sollen Proteste auf zentralen Plätzen erlaubt bleiben. Zudem sollen die an Streiks beteiligten Mitarbeiter keine Konsequenzen befürchten. In der Stadt wurde auch ein neuer Rat gegründet, bei dem Vertreter der Zivilgesellschaft und Behörden an einem Tisch sitzen.

Bislang suchten Demonstranten in vielen Städten und Gemeinden Gesprächen mit den Behörden. Auch die Präsidentenkandidatin Swetlana Tichanowskaja hatte einen Dialog mit den Behörden gefordert. Staatschef Alexander Lukaschenko lehnte dies aber ab. Seit der umstrittenen Präsidentenwahl vor mehr als einer Woche kommt es in Belarus zu Massenprotesten./cht/DP/nas