STUTTGART (dpa-AFX) - In einem umfangreichen Prozess arbeitet das Landgericht Stuttgart die Insolvenz des Windpark-Projektentwicklers Windreich auf. Fast sechs Jahre liegt der Fall inzwischen zurück, seit Mittwoch sitzen Firmengründer Willi Balz und sieben weitere frühere Verantwortliche auf der Anklagebank. Balz werden unter anderem Insolvenzverschleppung und Betrug vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft ist der Ansicht, dass Windreich nicht erst im Herbst 2013 zahlungsunfähig war, der heute 59-Jährige das gewusst und trotzdem kein Insolvenzverfahren beantragt hat. Balz bestreitet das. Aus seiner Sicht haben erst die damals von der Staatsanwaltschaft eingeleiteten Ermittlungen zu der Insolvenz geführt.

Windreich plante und entwickelte Windparks, beschaffte Genehmigungen und organisierte den Bau, um die Projekte dann an Investoren zu verkaufen. Zu den Angeklagten gehört auch Baden-Württembergs einstiger Wirtschaftsminister Walter Döring, der nach seiner politischen Karriere eine Zeit lang für Windreich tätig war. Auch er weist die Vorwürfe zurück. Das Verfahren dürfte bis weit ins kommende Jahr hinein dauern. Der Fall füllt laut Gericht 234 Aktenordner, allein die Anklageschrift umfasst mehr als 500 Seiten./eni/DP/jha