Quantenkommunikation und Quantum Computing sind klare Kandidaten für das nächste große Ding. Ähnlich wie etwa bei der Blockchain gibt es dafür noch kaum nützliche Anwendungen, aber das Interesse steigt. Ich bin überzeugt davon, dass das Quanten-Thema in nicht allzu ferner Zukunft einen ähnlichen Hype erfahren wird wie in den letzten Jahren die Kryptowelt.

Doch das Thema braucht noch etwas Zeit, um Kraft zu gewinnen. Der nun erfolgte Börsengang eines der bekanntesten privaten Unternehmen aus diesem Bereich könnte es einen großen Schritt nach vorn bringen. Lasst uns also lieber frühzeitig einen Blick auf D-Wave Quantum werfen, um herauszufinden, ob es sich jetzt schon zu investieren lohnt.

Das ist D-Wave Quantum

D-Wave Quantum (WKN: A3DSV9) hat am 10. August die Fusion mit dem börsennotierten Akquisitionsvehikel DPCM Capital abgeschlossen. Das im Jahr 1999 gegründete kanadische Unternehmen gehörte zu den ersten Spezialisten, die in den letzten Jahren auch über Fachkreise hinaus bekannt wurden. Es konzentriert sich auf Quantencomputersysteme mit zugehöriger Software und Services.

Über die Jahre hat es schwergewichtige Partner gewinnen können, darunter einige der größten Autokonzerne und den japanischen Computerriesen NEC (WKN: 853675). D-Wave bemüht sich, seinen Kunden den Zugang zur Quantenwelt bestmöglich zu vereinfachen, zum Beispiel über eine vergleichsweise leicht zu bedienende cloudbasierte Nutzerschnittstelle.

Zudem steht ein eigenes Expertenteam den Nutzern zur Seite, um beschleunigt die Grundlagen der noch neuartigen Technologie zu erlernen und branchenspezifische Anwendungen zu entwickeln. Zu den Zielmärkten gehören beispielsweise Logistik, Pharma und Finance – also überall, wo eine große Zahl an Variablen die Dinge für normale Computer schnell sehr komplex machen.

Was D-Wave auszeichnet

D-Wave legt viel Wert darauf, herauszustellen, dass es nicht nur eine Art von Quantum Computing gibt. Beim sogenannten Annealing, das besonders gut für die Lösung von kombinatorischen Optimierungsproblemen geeignet ist, sei man im Moment praktisch konkurrenzlos. Die eigenen Systeme seien bereits im kommerziellen Einsatz.

Die anderen hingegen, die mit ihren Systemen eines Tages die molekulare Forschung zur Identifikation von besseren Materialien und Wirkstoffen unterstützen wollen, befänden sich noch in einem frühen experimentellen Stadium. Sie bräuchten noch mindestens 7 Jahre, um ihre Quantengatter-Technologie auf ein Niveau zu heben, das eine wertschöpfende Nutzung erlaubt.

Und D-Wave überlässt den anderen auch nicht ihr Spezialgebiet. Vielmehr will das Unternehmen in einigen Jahren sowohl beim Annealing als auch bei Quantengattern und hybriden Modellen eine Rolle spielen. Seinen adressierbaren Markt beziffert das Management mit 90 bis 170 Mrd. US-Dollar auf Sicht von 15 bis 30 Jahren.

Wir könnten somit jetzt am Beginn einer neuen Epoche stehen, vergleichbar mit dem persönlichen Computer oder dem mobilen Internet. Von nun an sollen die Umsätze sehr schnell auf eine kritische Größe anschwellen. In diesem Jahr rechnet das Management noch mit bescheidenen 11 Mio. US-Dollar. Aber 2026 soll es schon mehr als eine halbe Milliarde sein, bei hohen operativen Margen.

Auf weitere Geldspritzen wäre D-Wave nicht mehr angewiesen, wenn es nach der kommunizierten Finanzplanung geht. Ab 2025 sollen dann Barmittelzuflüsse generiert werden.

Darum ist dieser Schritt wichtig für Quanten-Welt-Investoren

Noch im Juli hatte ich geschrieben, dass es wahrscheinlich noch zu früh sei, in das Quanten-Thema zu investieren. Mit nur wenigen investierbaren Unternehmen und geringer Expertise unter den Analysten dürfte es schwierig sein, Begeisterung dafür zu wecken.

Aber sobald noch ein paar weitere Quanten-Unternehmen börsennotiert sind, könnte das Interesse der Anleger zu einem bestimmten Zeitpunkt sprunghaft ansteigen. Ich gehe davon aus, dass auf D-Wave kurzfristig noch weitere passende Börsengänge folgen. Die Honeywell (WKN: 870153)-Tochter Quantinuum wäre ein guter Kandidat. Und ich denke, dass auch noch andere in den Startlöchern stehen.

So entsteht nach und nach ein Anlageuniversum, das auch für Fondsanbieter interessant wird. Zusätzlich zu den Spezialisten gibt es ja auch noch die Technologieriesen wie zum Beispiel IBM (WKN: 851399). Big Blue hat kürzlich seine Behauptung wiederholt, schon im nächsten Jahr Anwendungen demonstrieren zu können, die die Überlegenheit gegenüber herkömmlichen Rechnern belegen.

Der kommende Quantensprung für smarte Anleger

Für Investoren mit einem Herz für Zukunftsthemen gehören Quanten-Aktien auf die Watchlist. Es könnte sich noch etwas hinziehen, bis so richtig Schwung in das Thema kommt. Noch müssen die Hersteller dafür sorgen, dass die Technologie und ihre Potenziale besser verstanden werden.

Aber für mich spricht vieles dafür, dass mit D-Wave und den etwaigen weiteren einschlägigen Börsengängen eine große Welle aufgebaut wird. Anleger, die im richtigen Moment zuschlagen, können hier möglicherweise im großen Stil profitieren.

Der Artikel Quanten-Hype rückt näher: Jetzt Quantum-Computing-Aktien kaufen? ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Ralf Anders besitzt keine der genannten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2022

Autor: Ralf Anders, Motley Fool beitragender Investmentanalyst (CMFCondorEye)


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