Teamviewer konnte das Billings-Wachstum im zweiten Quartal steigern. Die Aktie ist deutlich im Plus. Das makroökonomische Umfeld lässt den Softwareanbieter jedoch beim Ausblick etwas vorsichtiger werden.

Im zweiten Quartal 2022 hat der MDAX-Konzern ein währungsbereinigtes Wachstum (EBITDA) von sieben Prozent erzielt. Aufgrund des geringeren Umsatzwachstums setzte Warburg Research den fairen Wert der Aktie auf 14,50 Euro. Für das Gesamtjahr 2022 peilt Teamviewer nun angesichts des wirtschaftlichen Umfelds und der Auswirkungen des Ukraine-Krieges das untere Ende der EBITDA-Prognose (630 bis 650 Millionen Euro) an. Unsere w:o-User werten die Zahlen des Quartalsberichts folgendermaßen:

Dreiseitensteak: Was wollen wir mehr? Billings und Umsatz wurden punktgenau getroffen. EBITDA ist besser als von mir erwartet und da hat man gut gegengerudert. Marge ist mehr als in Ordnung. Enterprise kann wieder überzeugen. Levered Free Cashflow ist wieder Top. Highlight für mich: Operating Profit legt um 16 Prozent zu! Top! Man ist mit diesen Zahlen absolut auf Kurs. Mit diesen Zahlen hat man allen Analysten eine Klatsche versetzt.

JBelfort: So kann man das zusammenfassen. Die Zahlen sind stark – vor allem im Verhältnis zur Bewertung. Der Kommentar zur Marketingstrategie im Quartalsbericht soll lediglich zeigen, dass das Ganze nicht für immer ist und eigentlich bis zu zehn Prozentpunkte EBITDA-Marge hinzukommen werden. Zudem wurde das Aktienrückkaufprogramm erhöht und Kredite wurden getilgt. Guidance wurde bestätigt!

Team_ikarus: Es ist leider im Moment so: Wer nicht liefert wird abgestraft. Währungsbereinigtes Wachstum liegt erneut deutlich unter zehn Prozent. Zur Jahresaussicht am Ende des Guidance: Was erwartet Ihr? Ein Highflyer sieht anders aus. Teamviewer ist eher ein Spätstarter. Aber das Unternehmen kommt halt nicht aus dem Quark. Da nützt alles Schönreden irgendwann nichts mehr. Alltime-Low ist in Sicht. Geht wohl auf sechs Euro die Aktie.

CrazyBroker: Es wird wohl noch eine ganze Zeit dauern, bis ich wieder bei Plusminusnull bin, aber warum hier wieder geschmissen wird? Bestimmt ist das Stop-Loss-Fishing zur Eindeckung von Short-Positionen. Man kann von den Zahlen halten, was man will: Unterm Strich haben wir immer noch ein positives Ergebnis und ein Umsatzwachstum.

Stefan8205: Ich finde das Umsatzwachstum eher nicht berauschend. Jetzt kann man zwar sagen, was will man in einer Wirtschaftskrise mehr erwarten. Allerdings hatte ich gehofft, dass Teamviewer von der Krise profitieren kann, da deren Produkte zur Kostensenkung beitragen. Es scheint so, dass Teamviewer von der Energiekrise entgegen meiner Hoffnung genauso wenig profitiert wie von der Coronakrise. Hat irgendjemand eine plausible Erklärung dafür? Fehlt den potenziellen Käufern die Fantasie? Braucht die Remote-Story einfach mehr Zeit? Liegt es an den Sales?

Bis zum nächsten Börsengeflüster!

Autor: Nicolas Ebert, wallstreet:online Zentralredaktion


Jetzt den vollständigen Artikel lesen