BERLIN (dpa-AFX) - Der CDU-Vorsitzkandidat Norbert Röttgen wirft der möglichen künftigen Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP in der vierten Welle der Corona-Pandemie einen schweren Fehler vor. Die geplante Beendigung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite am 25. November sei "Parteipolitik vor einer Politik, die die Menschen schützt", sagte der Bundestagsabgeordnete am Mittwoch im "Frühstart" von RTL und ntv.

"Die epidemische Lage ist so stark wie nie. Aber weil man es einmal angekündigt hat, will man jetzt nicht mehr vom hohen Ross runter", urteilte Röttgen. Die sei eine Entscheidung gegen die Wirklichkeit. "Das ist eine kleine Regierungskrise dieser Ampel, bevor sie überhaupt Regierung ist."

Röttgen sprach sich zudem für eine Impfpflicht in bestimmten Berufen aus, unter anderem in der Pflege und in Erziehungsberufen. Mitarbeiter in diesen Berufen hätten tagtäglich mit besonders vulnerablen Menschen zu tun. "Dass man denen zumuten kann, diese Menschen zu schützen durch Impfen, dafür bin ich."

Der Außenpolitiker Röttgen hatte am Freitag seine Kandidatur für die Nachfolge von CDU-Chef Armin Laschet angekündigt. Außerdem kandidieren der ehemalige Unionsfraktionschef Friedrich Merz und der geschäftsführende Kanzleramtschef Helge Braun. Die Bewerbungsfrist läuft an diesem Mittwoch um 18.00 Uhr ab. Bis dahin müssen Vorschläge schriftlich bei der CDU-Bundesgeschäftsstelle eingereicht sein./nku/DP/ngu