Wer fürs Alter vorsorgen möchte, kommt am Kapitalmarkt nicht mehr vorbei. Doch auf was sollten Anleger beim Aufbau eines Depots achten? Ein kurzer Leitfaden.

Das erste Corona-Jahr 2020 hat vieles auf den Kopf gestellt, auch so wichtige Fragen bezüglich Vermögensplanung und Altersvorsorge. Galten speziell die Deutschen lange als Sparbuch-Fans, zog es im Zuge der Lockdowns und mit dem Durchstarten sogenannter Neo-Broker vermehrt Menschen an die Kapitalmärkte. Diese Entwicklung hat sich seither auf einem weiterhin hohen Niveau verfestigt. Nach aktuellen Zahlen des Deutschen Aktieninstituts (DAI) waren 2021 knapp 12,1 Millionen Deutsche in Aktien, Aktienfonds oder ETFs investiert. Dies sei der dritthöchste Stand der Erhebungen. Auch wenn rund 280.000 Anleger weniger als im Vorjahr gezählt wurden: Börse scheint alternativlos.

Nicht zuletzt die starke Kursentwicklung im vergangenen Jahr habe viele Investoren angezogen. Andere, so schreibt das DAI weiter, hätten Gewinne mitgenommen. Dies könne den leichten Rückgang bei den Aktionärszahlen erklären. Neueinsteiger hingegen könnten im Glauben, den richtigen Einstiegszeitpunkt verpasst zu haben, etwas zögern.

Was an den Zahlen auffällt: Noch immer sind Frauen in der deutlichen Minderheit. So sind von den 12,1 Millionen Aktienbesitzern lediglich gut vier Millionen weiblich – also gerade mal rund ein Drittel.

Börse wird oft als kompliziert empfunden

Einer der Gründe für die Zurückhaltung könnte sein, dass Trading als kompliziert empfunden wird. Dabei machen es gerade die neuen Broker auch Börsen-Einsteigern so einfach wie möglich. Das Depot ist in wenigen Klicks eröffnet, Informationen über interessante Märkte und Produkte finden sich zuhauf im Internet oder in Finanzzeitschriften. Und auch die Annahme, an der Börse lohne sich der Einstieg erst ab einem gewissen Kapitaleinsatz, stimmt so nicht. Mit dem richtigen Ansatz kann man auch aus kleinen Summen über den Zeitverlauf einiges ansparen.

Sparpläne: Bequemer Vermögensaufbau mit überschaubaren Summen

Hier kommen direkt die beliebten Sparpläne ins Spiel. Es gibt sie für Aktien, Fonds und ETFs – alle diese Assets lassen sich auch dauerhaft über regelmäßige Einzahlungen besparen. Wer zum Beispiel jeden Monat 25 Euro in einen Fondssparplan einzahlt, häuft über den Zeitverlauf je nach Marktentwicklung nicht nur ein ansehnliches Vermögen fürs Alter an, sondern diszipliniert sich eben auch. Mit einem Sparplan muss man nicht jeden Monat an sein Sparziel denken, sondern das virtuelle Sparschwein wird ganz automatisch regelmäßig befüllt. Und die kleinen Summen tun nicht weh. 25 Euro gibt man im Alltag oft ganz unbewusst aus. Sparpläne sind zudem sehr flexibel: Die Einzahlungen können angepasst oder pausiert werden und die angesparte Summe steht jederzeit ohne Laufzeitbindung zur Verfügung. So kann man die gefürchtete Rentenlücke im Alter entschärfen oder sich auch zwischendurch bestimmte Wünsche erfüllen.

Am besten, man bespart gleich mehrere Produkte – Stichwort: Diversifikation. Fonds sind schon in sich sehr breit gestreut. Beispiele wären Dauerläufer wie etwa der global auf hohe Dividenden abzielende DWS Top Dividende (ISIN: DE0009848119), ein bewährter Mischfonds wie etwa der Flossbach von Storch SICAV - Multiple Opportunities (ISIN: LU0323578657) oder der Morgan Stanley INVF Global Opportunity Fund (ISIN: LU0552385295).

Bei der Fondsauswahl sollte man – egal ob Einmalanlage oder Sparplan – auf die Wertentwicklung in der Vergangenheit achten. Auch wenn dies keinesfalls eine Garantie für die zukünftige Entwicklung ist, lässt sich daran zumindest die bisherige Arbeit des Fondsmanagements bemessen. Auch ein Blick auf die Volatilität kann hilfreich sein. Die Kennzahl gibt an, wie stark der Fonds im Wert schwankt.

ETFs: Mit ihnen kauft man einen ganzen Markt

Eine ebenfalls sehr beliebte Möglichkeit ist der Einmalkauf oder das Besparen von ETFs. Diese Produkte bilden immer einen Vergleichsindex mit einer Vielzahl an Titeln ab. Nicht nur Einsteiger schätzen den meist „wartungsfreien“ Einsatz der Allrounder. Als Basis werden in der Regel breit streuende ETFs genannt, wie etwa der iShares Core MSCI World UCITS ETF USD (ISIN: IE00B4L5Y983), der den weltweiten Aktienindex MSCI World abbildet oder der Lyxor EURO STOXX 50 UCITS ETF (ISIN: FR0007054358) für den Euro-Raum oder, um im Heimatmarkt zu bleiben, der Xtrack ShortDAX Daily ETF (ISIN: LU0292106241). Alle genannten Fonds und ETFs verstehen sich als Beispiele. Bei einer für Smartbroker-Kunden riesigen Auswahl von rund 18.000 Fonds und 2.000 ETFs sind für jeden Anlage- und Risikotyp die passenden Produkte dabei.

Neben solchen breit angelegten ETFs oder Fonds können Nischeninvestments für bestimmte Marktsegmente Akzente im Depot setzen. Hierfür gibt es eine große Auswahl an gezielt investierenden Branchen- und Themenfonds.

Auch Nachhaltigkeit wird immer wichtiger

Für immer mehr Anleger kommt es neben der Rendite auch darauf an, mit dem investierten Geld Gutes zu bewirken – oder zumindest nicht in heikle Geschäftsfelder zu investieren. Für das gute Gewissen gibt es eine wachsende Zahl an expliziten Nachhaltigkeitsfonds. Prominente Beispiele wären der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen (ISIN: DE000A0M8HD2) oder auch der LBBW Global Warming (ISIN: DE000A0KEYM4) und der DNB Fund - Renewable Energy (ISIN: LU0302296149), die das Thema Klimaschutz aufgreifen.

Aktien: Mischung aus Langläufern und Highflyern zusammenstellen

Aber auch Einzelaktien sind bei Anlegern beliebt. Die Ansätze sind vielfältig: Mit Standardwerten wie sie etwa im Dax zu finden sind – darunter etwa Allianz, BASF und Bayer – kann man sich zum Beispiel einen Grundstock aufbauen. Während sich bestimmte Branchen in etwas ruhigerem Fahrwasser bewegen, schwanken andere stark im Wert. Beispiele hierfür wären Biotech- und Pharma-Unternehmen. Dennoch sind Titel wie die Impfstoffhersteller BioNTech und Valneva bei Anlegern beliebt. Auch Technologie-Aktien wie zum Beispiel Meta Platforms Inc. (vormals: Facebook) oder Amazon galten lange Zeit als starke Zugpferde. Um Aktien zu bewerten, sollte man sich mit dem jeweiligen Unternehmen auseinandersetzen: Wie nachhaltig ist das Geschäftsmodell, wie sieht es mit Konkurrenz aus, wie stellen sich die wirtschaftlichen Kennzahlen dar und wie hat sich der Börsenkurs bislang entwickelt? Dies erfordert Zeit und auch etwas Bereitschaft, sich mit der Materie zu befassen. Am Ende kann man sich über die Anteilsscheine aber ein Stück vom Lieblingsunternehmen ins Depot holen.

Risiken und Nebenwirkungen nicht vergessen

Bei aller Euphorie sollten Anleger immer bedenken, dass ein gewisses Auf und Ab zur Börse dazugehört. Deshalb: Das Kapital immer auf mehrere Anlageprodukte verteilen, niemals alles auf eine Karte setzen. Und: Börse ist langfristig. Im Zeitverlauf können sich Ausschläge glätten. Je früher man daher mit dem Investieren beginnt, desto besser.

Autorin: KS, fondsdiscount.de


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