Der Aktienkurs des Speichertechnologie-Konzerns Netlist hat sich innerhalb eines Jahres vervielfacht. Hinter der Kursexplosion steckt eine mögliche Patentverletzung keines Geringeren als Google.

Netlist setzt auf sogenannte Hybridspeicher, die besonders umweltschonend betrieben werden können. Das Patent der Speichertechnologie der Kalifornier sollen Großkonzerne verletzt haben – unter anderem Google und SK Hynix. Aktionäre des Hochleistungsspeichersystem-Spezialisten hoffen nun auf milliardenschwere Entschädigungen, die aus Gerichtsprozessen hervorgehen könnten.

Mittlerweile hat das Technologie-Unternehmen eine Marktkapitalisierung von circa 940 Millionen Euro vorzuweisen. Konnte man Netlist im vergangenen Herbst noch als klassischen Pennystock bezeichnen, ist die Aktie innerhalb weniger Monate von 50 Eurocent auf über vier Euro gestiegen.

Weitgehend optimistisch sind auch die User im Netlist-Forum auf w:o

Scalabletrade: „Was Netlist angeht, ist noch nicht abzuschätzen, wie weit es gehen kann. Es kommen hoffentlich noch einige außergerichtliche oder gerichtliche Einigungen hinzu. Wenn Google mehrere Milliarden zahlen sollte, werden wir uns alle über schöne Gewinne freuen, auch langfristig kann hier mit gutem Management ein großes Unternehmen über Jahre heranwachsen.“

pick-the-perls: „Und man darf nicht vergessen, dass auch das operative Geschäft kräftig zulegen wird dank SK Hynix. Also wenn man die Patentverletzungsverfahren bei Seite lässt, sollte sich der Preis kontinuierlich nach oben entwickeln.“

LA-Tommyknocker: „Leider kann man nicht sagen, wie hoch der Kurs gehen wird, da noch keine Schadenersatzsumme im Raum steht. Diese dürfte im Milliardenbereich liegen gegen Google (und bei der aktuellen Aktienanzahl bewegt sich der Kurs wahrscheinlich um vier bis fünf US-Dollar pro Milliarde nach oben) und da sind noch andere Verfahren am Laufen.“

traummadl: „Sehr schön! Der Rattenschwanz wird immer länger. Zumal Netlist-CEO Hong sich bestimmt unter vielen einen Namen gemacht hat. Er hat einen Rechtsstreit über mehr als zehn Jahre gegen eines der größten Unternehmen der Branche zu seinen Gunsten endschieden. Viele fangen an zu zittern, wenn sie den Namen Hong nur hören. Ich würde mal sagen: Die anderen können sich warm anziehen – egal wie lange es noch dauert.“

Rolf1K: "Hervorragend. Best of us investors, ein Stamm, in dem sich alle Mitglieder unterstützen, da mache ich mit. Zwei interessante Inhalte von Gerry Grinkmeyer, dem Gründer: Wenn man bei Google Netlist vs. Google eingibt, kommt keine Info, auch bei Firefox und Microsoft nicht. Das ist der Höhepunkt demokratischer Info-Politik. Vor einem Jahr entfernte Nasdaq Netlist, weil es unter einen Dollar fiel und forderte es auf, einen Reverse Split durchzuführen, was Herr Hong jedoch als Betrug an seinen Investoren ablehnte, das ist klasse. Außerdem hat Herr Grinkmeyer alle Mitglieder seines Stammes aufgefordert, Netlist-Aktien zu kaufen. Er ist überzeugt, dass eventuell nächste Woche, sicher aber in den nächsten 90 Tagen, ein Scheck von Google ins Haus hineinflattert.“

speakoil: „Für mich ist das eine klare Halteposition – bis wir Klarheit zum Fall mit Google haben und wenn diese gut ist, dann erst recht keinesfalls verkaufen, weil die wirtschaftlichen Folgen daraus und die Publicity die Investoren zufrieden stellen werden. Wir haben jetzt etwa eine Milliarde Marktkapitalisierung. Eine von 10 oder 15 Milliarden ist eher wahrscheinlich als nur möglich, sobald eine Lösung mit Google da ist. Googles Plan ist nicht aufgegangen: zu hoffen, dass Netlist nicht überleben wird. Hong hat das sensationell gemacht in all den Jahren und nie aufgegeben. Der große Fisch Google wird an Land gezogen werden. Eine Woche, ein Monat, ein Jahr ... egal, das schafft Hong auch noch.“

bruder_halblang: „Wie wird es weitergehen? Ich kann die Wahrscheinlichkeit und die Höhe von hohen Kompensationszahlungen durch Google oder wen auch immer nicht einschätzen. Wenn jedoch nur genug Marktteilnehmer daran glauben, dürfte der Kurs weiter steigen. Man möchte nicht ausgerechnet in der Minute ohne Aktien dastehen, in der der Geldsegen verkündet wird. Das dürfte den Kurs stützen. Dennoch scheint kurzfristig nach dem jüngsten Verlauf ein wenig Ernüchterung eingetreten zu sein. Auch hier wachsen die Bäume nicht in den Himmel. Ohne News dürfte der Kurs erst mal wieder einige Zeit sinken. Ich behalte meine kleine Position und warte einfach mal ab. Ein Aufstocken, auch zu deutlich niedrigeren Kursen, werde ich vermeiden. Auch wenn es verlockend sein könnte. Aber immer dran denken: Was heute billig erscheint, schien vor kurzer Zeit noch unerreichbar.“

Tbgraf: „Also die Wahrscheinlichkeit von Zahlungen seitens Google gehen in Richtung 100 Prozent, da wir ja eine höchstrichterliche Anerkennung unseres Anspruchs haben. Die Höhe können wir tatsächlich nicht einschätzen, da es sehr wahrscheinlich zu einer außergerichtlichen Einigung vor dem angesetzten Prozess im März 2022 kommen wird, da Google sicherlich unvorteilhafte Presse vermeiden möchte. Dadurch liegt der Druck auf Google und das Momentum bei Netlist. Eine Vergleichsmeldung kann jeden Moment kommen. Was wir wissen: Jede Milliarde macht ein Kursplus von fünf US-Dollar aus.“

Bis zum nächsten Börsengeflüster,

Autor: Nicolas Ebert, wallstreet:online Zentralredaktion

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