PARIS (dpa-AFX) - Nach dem Rückzug der Fusionsofferte von Fiat Chrysler <NL0010877643> (FCA) an Renault <FR0000131906> sieht die französische Seite die Schuld bei dem italienisch-amerikanischen Autobauer. Es habe keinen guten Grund gegeben, das Angebot so überstürzt zurückzuziehen, hieß es in der Nacht zu Donnerstag aus Regierungskreisen. Bereits seit Beginn der Gespräche habe FCA massiven zeitlichen Druck ausgeübt und versucht, die Verhandlungen nach dem Ansatz "take it or leave it" ("nimm es oder lass es bleiben") zu führen. Die französische Seite habe klargemacht, dass sie sich nicht derart unter Druck setzen lasse, so die Kreise.

FCA hatte sein Angebot in der Nacht zum Donnerstag "mit sofortiger Wirkung" zurückgezogen, nachdem zuvor Renault auf Wunsch des französischen Staates gezögert hatte, das Gesprächsangebot überhaupt anzunehmen. Es sei klar geworden, dass derzeit die politischen Voraussetzungen, damit ein solcher Zusammenschluss erfolgreich sei, in Frankreich nicht gegeben seien, erklärte FCA.

Renault hatte zuvor mitgeteilt, eine Entscheidung über förmliche Fusionsgespräche erneut zu verschieben. Nissan <JP3672400003> habe angedeutet, sich bei einer Abstimmung Mittwochnacht zu enthalten, erklärten die Regierungskreise. Deshalb habe man den Besuch von Wirtschaftsminister Bruno Le Maire in Japan nutzen wollen, um dort erneut mit den Japanern zu sprechen. Es sei letztendlich die volle Entscheidung von FCA gewesen, Renault nicht genügend Bedenkzeit zu geben, so die Kreise./ari/DP/jha