Ein Rebalancing ist der Prozess, bei dem ein Investor oder Fondsmanager seine Assets wieder in ein, hm, nennen wir es einfach einmal Gleichgewicht bringt. Manchmal gibt es ein vorgeschriebenes Verhältnis zwischen einzelnen Aktien, beispielsweise in einem ETF oder anderen Aktienfonds. Manchmal geht es einfach nur darum, ein offensichtliches Ungleichgewicht auszugleichen.

Die mitschwingende Foolishe Frage ist: Sollten Privatinvestoren auf ein Rebalancing setzen? Wichtige Faktoren, die für die Beantwortung dieser Frage entscheidend sind, betreffen regelmäßig die Chance oder auch das Risiko. Mit Blick auf diese Faktoren wollen wir das jetzt etwas näher beantworten.

Rebalancing: Ein Ungleichgewicht ausmerzen …?!

Grundsätzlich klingt es überaus vorteilhaft, wenn man mithilfe des sogenannten Rebalancing ein Ungleichgewicht wieder ins Reine bringen kann. Ein Gleichgewicht ist eher positiv konnotiert. Ob das berechtigt ist oder nicht, lassen wir einfach mal dahingestellt.

Zugegebenermaßen existieren jedoch Vorteile, die mit einem solchen Ansatz verbunden sind. Verkauft man beispielsweise eine größere Aktienposition, nachdem sie stark angewachsen ist, reduziert man das Risiko in seinem Depot. Aus einem Klumpenrisiko könnte ein gleichmäßigeres, deutlich diversifizierteres Portfolio werden. Etwas, das einige Investoren durchaus anzustreben versuchen.

Foolishe Investoren sollten jedoch bedenken: Das Rebalancing zielt an dieser Stelle auf das Begrenzen des Risikos ab. Im Endeffekt sollten konservative, vorsichtigere Investoren daher eher auf diesen Ansatz setzen. Es gibt nämlich auch Nachteile, die mit diesem Prozess verbunden sind. Auch das wollen wir nicht außen vor lassen.

Den Gewinnern die Flügel stutzen

Rebalancing ist in einem klassischen Buy-and-Hold-Ansatz nämlich etwas, das einem Stutzen der Flügel von Gewinnern gleicht. Wenn eine Investitionsthese aufgegangen ist und eine Aktie einen besonders starken Lauf besessen hat, könnte natürlich weiteres Potenzial vorhanden sein. Wenn man die jeweilige Aktie verkauft, begrenzt man faktisch das künftige Kurs- und Renditepotenzial für das eigene Portfolio. Das gilt es ebenfalls zu berücksichtigen.

Natürlich ist das eine Abwägungsfrage, was die Chancen und Risiken der jeweiligen Aktien angeht. Eine funktionierende Investitionsthese könnte durch das Rebalancing allerdings getrimmt sein. Auch das ist ein überaus relevanter Faktor.

Im Endeffekt ist die Abwägungsfrage daher: Wie viel Konzentration verträgt man selbst oder sein eigenes Portfolio? Und wie sehr kann man es vertragen, wenn sich im Nachhinein ein Klumpenrisiko ergibt? Relevant ist natürlich außerdem, ob es gleichwertig attraktive Aktien gibt, in die man im Rahmen des Rebalancing investieren kann.

Grundsätzlich bin ich jedoch der Meinung: Man sollte es vorsichtig angehen, was das Verkaufen von Sieger-Aktien angeht. Und sich der Nachteile bewusst sein, beziehungsweise der Verluste, die durch einen frühzeitigen Verkauf möglich sein könnten.

Der Artikel Rendite oder Risiko begrenzen: Vor- und Nachteile eines Rebalancing ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Autor: Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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