Tech-Aktien sind in diesem Jahr massiv abgestraft worden. Der Nasdaq 100 hat seit Jahresbeginn 28 Prozent verloren. Goldman Sachs prophezeit für einige Tech-Schwergewichte noch schlimmere Zeiten.

Die Analysten von Goldman Sachs stuften vergangene Woche die Aktien von Netflix, eBay und dem Spiele-/Metaverse-Giganten Roblox auf die seltene Einstufung "Verkaufen" zurück. Die Aktien waren zuvor mit "neutral" bewertet worden, wie CNN berichtet.

Zinserhöhungen, verstärkter Wettbewerb und die Tatsache, dass sich Verbraucher weniger um Covid sorgen und ihre Häuser häufiger verlassen, holen Netflix, Roblox und eBay ein. Die Aktien von Netflix und eBay fielen am Freitag um fünf Prozent, die von Roblox um neun Prozent.

Netflix wurde von Goldman aufgrund von "Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen einer Rezession sowie eines erhöhten Wettbewerbsniveaus" herabgestuft. Es wächst die Sorge, dass Verbraucher mit knappen Kassen feststellen könnten, dass sie jetzt für zu viele Streaming-Dienste zahlen und sich einschränken müssen.

Bei Roblox scheint Goldman Sachs weniger besorgt über die Konkurrenz zu sein. Es sei immer noch "das am besten positionierte Unternehmen im Bereich Spiele/interaktive Unterhaltung" und habe gute "langfristige säkulare Wachstumsmöglichkeiten".

Allerdings gebe es "zunehmende Bedenken hinsichtlich des post-pandemischen Umfelds" für Roblox. Die Goldman-Analysten erwarten in naher Zukunft ein "verlangsamtes Wachstum".

In Bezug auf eBay stellten die Goldmänner fest, dass "das globale Verbraucherumfeld unter Druck steht und das E-Commerce-Wachstum sich in einer Welt nach der Pandemie verlangsamt. Sie sehen das Umsatzwachstum von eBay gefährdet, vor allem angesichts der Überexponierung der internationalen Märkte".

Die Analysten bekräftigten zudem ihr "Sell"-Rating für ein anderes großes Technologieunternehmen: Airbnb. Das Kursziel wurde von 150 US-Dollar auf 95 US-Dollar gesenkt. Die Aktie wird derzeit bei etwa 105 US-Dollar gehandelt.

Obwohl "die aufgestaute Reisenachfrage [...] ein Rückenwind bleibt", haben die Goldmänner Bedenken hinsichtlich einer Rezession, der Bewertung der Aktie und der Möglichkeit einer "potenziellen Normalisierung der Reisegewohnheiten der Verbraucher". Menschen übernachten wieder vermehrt in Hotels und mieten weniger Häuser, wenn sie in den Urlaub fahren.

Für einige Tech-Titel sind die Analysten jedoch weiterhin bullish: ihre Kaufempfehlung für Amazon, Uber, Meta Platforms, Alphabet sowie die Dating-Apps Match Group und Bumble haben sie aufrechterhalten.

Autorin: Gina Moesing, wallstreet:online Zentralredaktion


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