BERLIN (dpa-AFX) - Das Robert Koch-Institut (RKI) will eine korrigierte Corona-Studie aus China zum zeitlichen Verlauf der Ansteckungsgefahr "gründlich überprüfen". Das teilte eine RKI-Sprecherin auf Anfrage mit. Dabei geht es unter anderem darum, ab wann ein Mensch das Virus weitergeben kann. Dieser Wert spielt bei der Kontaktverfolgung eine Rolle: Wie weit zurück sollten die Kontakte eines nachweislich Infizierten überprüft werden, wer muss eventuell in Quarantäne?

Das RKI schreibt auf seiner Seite, dass vermutlich ein beträchtlicher Anteil der Ansteckungen auf Kontakte zu Infizierten in den ein bis zwei Tagen vor deren Symptombeginn zurückgehe. Dabei beruft sich das RKI auch auf die nun korrigierte Untersuchung.

Ein Team um Gabriel Leung von der Universität Hongkong hatte bereits im April im Fachblatt "Nature Medicine" über den zeitlichen Verlauf der Ansteckungsgefahr berichtet. Nun haben diese Forscher ihre Angaben in einigen Punkten korrigiert. Unter anderem schreiben sie nun: "Unsere Analyse legt nahe, dass die Freisetzung von Viren fünf bis sechs Tage vor dem Auftreten erster Symptome beginnen könnte." Zuvor war in dieser Passage von "zwei bis drei Tagen" die Rede gewesen.

Auf seiner Seite schreibt das RKI, dass als Kontaktperson gilt, wer "ab dem 2. Tag vor Auftreten der ersten Symptome" mit einem Infizierten zu tun hatte. Dieser Angabe lägen "verschiedene Studien und eigene Erfahrungen" zugrunde, teilte die RKI-Sprecherin weiter mit. Man habe bislang "mit den 2 Tagen vor Symptombeginn gute Erfahrungen gemacht"./vf/DP/mis