MELBOURNE/LONDON (dpa-AFX) - Der britisch-australische Bergbaukonzern BHP Billiton senkt nach einer Umweltkatastrophe in Brasilien sein Produktionsziel. Die Eisenerzförderung werde in dem bis Ende Juni laufenden Geschäftsjahr bei 237 Millionen Tonnen und nicht wie bisher angenommen bei 247 Millionen Tonnen liegen, teilte BHP am Mittwoch (Ortszeit) in Melbourne mit. Nach dem Staudamm-Bruch in Brasilien im November steht das Eisenerz-Bergwerk des Betreibers Samarco, der BHP zusammen mit dem brasilianischen Unternehmen Vale gehört, still.

Aktien von BHP fielen im australischen Handel auf den niedrigsten Stand seit mehr als zehn Jahren, und auch im Londoner Handel ging es am Vormittag um mehr als 6 Prozent nach unten. Der Konzern hat außer der Umweltkatastrophe in Brasilien auch mit dem Preisverfall beim Öl und anderen Rohstoffen zu kämpfen. Erst vor einigen Tagen kündigte das Unternehmen bei seinen Schiefergas- und Ölgeschäften in den USA eine Abschreibung von 4,9 Milliarden US-Dollar an, nun sollen noch weitere bis zu 450 Millionen Dollar hinzukommen.

Im Ende Dezember abgelaufenen Quartal steigerte BHP seine Eisenerz-Produktion im Vergleich zum Vorjahreszeitraum noch um 1 Prozent auf 57 Millionen Tonnen, Analysten hatten aber mehr erwartet. Eisenerz ist die einzige Sparte, bei der das Unternehmen mit einem Plus von 1,7 Prozent im laufenden Geschäftsjahr überhaupt noch eine Steigerung der Produktion erwartet. Bei der Jahresproduktion von Kohle, Kupfer und Öl rechnet das Unternehmen angesichts des schwierigen Marktumfelds mit Rückgängen. Analysten erwarten eine Halbierung der Dividende./nmu/men/das