Es gibt sie, diese „langweiligen“ Unternehmen aus der zweiten oder dritten Reihe, die weder eine spektakuläre Wachstumsstory haben, noch anderweitig publikumswirksam im Vordergrund stehen. Sie wirtschaften grundsolide, sind oft in kleineren Indizes gelistet. Eines dieser Unternehmen ist der Hersteller von Feuerwehrtechnik Rosenbauer (WKN: 892502), der im österreichischen Index ATX gelistet ist.

Rosenbauer stellt schon seit 1866 Feuerwehrtechnik für den Brand- und Katastrophenschutz her, stattet weltweit Berufs-, Betriebs- und auch freiwillige Feuerwehren mit Lösch- und Spezialfahrzeugen aus. Eins ist klar: Nachfrage nach diesen Produkten wird es wohl so lange geben, wie es Brände und Feuerunfälle geben wird – also quasi so lange, wie Menschen existieren. Schauen wir uns also Rosenbauer genauer an.

Familienunternehmen als Marktführer

Das Unternehmen mit Sitz in Leonding ist ein Vollsortimenter, produziert auch Feuerwehrausrüstung (Helme, Uniformen, Kleingeräte) sowie Anlagen für den betrieblichen Brandschutz. Rosenbauer hat mehrere Standorte in Europa (Deutschland, Spanien, Italien, Russland), in den USA und in Asien (Singapur, Saudi-Arabien), und besitzt außerdem ein eigenes Service- und Vertriebsnetzwerk in über 100 Ländern. Mit einem Weltmarktanteil von über 18 % gehört man zu den „Global Playern“.

Seit jetzt sechs Generationen ist Rosenbauer in Familienbesitz, der Vorstand um CEO Dieter Siegel legt deshalb den Fokus nicht auf frühzeitige Erfolge oder ansprechende Quartalsberichte, sondern auf langfristig wachsende Erträge. Das Wohlergehen von Angehörigen, Mitarbeitern, aber auch von Kunden und der Region stehen im Vordergrund.

Wenn man jetzt auf die Rosenbauer-Aktie blickt, fällt auf, dass sie in den letzten zwei Jahren stark unter Druck geraten ist. Von den Höchstkursen von 2016, als die Aktie zwischenzeitlich die 60-Euro-Marke übersprang, ist der Wert weit entfernt. Aktuell steht er bei knapp über 36 Euro (Stand 27.10.2019, maßgeblich für alle Kurse und Bewertungen). Die Aktie wird mit dem 9,3-Fachen der 2020er- und dem 8,5-Fachen der 2021er-Ergebnisschätzungen gehandelt, was nicht besonders hoch ist, wenn man sich die bereits realisierten und erwarteten Wachstumsraten von Rosenbauer ansieht.

Pralle Auftragsbücher sorgen für Umsatzsteigerung

Denn das Unternehmen steigerte im ersten Halbjahr 2019 den Umsatz um 12 % auf 394,6 Mio. Euro. Insbesondere die Auslieferungen in Nordamerika, Europa und Asien sind höher ausgefallen. Dabei gilt das erste Halbjahr als umsatz- und ergebnisschwächeres Halbjahr, der überwiegende Teil der Auslieferungen erfolgt in der Regel nämlich erst in der zweiten Jahreshälfte. Für diese Regionen erwartet das Management noch mehr Aufträge.

Und: Auch der Auftragseingang hat sich mit einem Zuwachs von 571,1 Mio. Euro auf jetzt 1,23 Mrd. Euro positiv entwickelt – im Vorjahr standen zum gleichen Zeitpunkt nur 1,03 Mrd. Euro zu Buche. Für das Geschäftsjahr 2019 strebt das Management einen Umsatz von 950 Mio. Euro an (Umsatz im Vorjahr: 909 Mio. Euro). Die Nachfrage in der Feuerwehrbranche ist robust, der Sektor trotzt dank voller Auftragsbücher dem sich verlangsamenden Weltwirtschaftswachstum.

Aktie könnte vor Turnaround stehen

Fassen wir zusammen: Rosenbauer ist ein österreichisches Traditionsunternehmen, das seit über 150 Jahren auf dem Markt agiert. Der Aktienkurs geriet in den letzten zwei Jahren unter Druck, dabei läuft das aktuelle Geschäftsjahr positiv: Der Umsatz steigt, die Auftragsbücher sind voll, dazu hat man ein robustes, relativ konjunkturunabhängiges Geschäftsmodell und eine ausgezeichnete Marktstellung. Es könnte sich für langfristig orientierte Investoren also lohnen, sich das Mid Cap näher anzuschauen.

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Metin Gülmen besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2019

Autor: Metin Gülmen, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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