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ROUNDUP: Berlin will Tausende Wohnungen von Deutsche Wohnen zurückkaufen

15:18 Uhr 11.01.2019

BERLIN (dpa-AFX) - Angesichts stark steigender Mieten will das Land Berlin Tausende Wohnungen vom Immobilienkonzern Deutsche Wohnen ankaufen. Regierungschef Michael Müller (SPD) bot dem Unternehmen dazu entsprechende Verhandlungen an. Konkret zielt das Angebot auf Zehntausende Wohnungen der Firma GSW , die einst in Landesbesitz war und heute zur Deutsche Wohnen gehört. Der börsennotierte Konzern, der in Berlin und seinem Umland nach eigenen Angaben 115 000 Wohnungen besitzt, zeigte sich offen für das Angebot.

"Ich hätte gern wieder die Bestände der alten GSW in unserem Besitz", sagte Müller am Freitag. Ziel sei es, auf dem Wege der Kommunalisierung ein für alle bezahlbares Mietniveau zu sichern. Eine konkrete Zahl zur Größenordnung seines Rückkaufangebots, das im Fall einer Einigung Milliarden kosten dürfte, nannte Müller nicht.

Die GSW hat 60 000 Wohnungen, gehörte bis 2004 dem Land und wurde dann in Zeiten leerer öffentlicher Kassen privatisiert. Seit 2013 ist sie Teil der Deutsche Wohnen SE. "Wir können uns vorstellen, bei etwaigen Verkäufen von Berliner Beständen das Land zu präferieren", erklärte Deutsche-Wohnen-Vorstandschef Michael Zahn. "Das Bemühen, den kommunalen Bestand in Berlin zu stärken, unterstützen wir gerne." Laut Zahn steht nicht die gesamte GSW zum Verkauf. Gleichwohl sei man "grundsätzlich an einer Kooperation mit Berlin interessiert".

Der Konzern ist immer wieder mit starken Mieterhöhungen oder wegen seines Umgangs mit Mietern in den Schlagzeilen. Er geht auch gegen den Mietspiegel als Orientierungsrahmen juristisch vor. Jüngst hatte sich der rot-rot-grüne Senat dafür eingesetzt, Wohnungen in der einstigen DDR-Prachtstraße Karl-Marx-Allee zu kommunalisieren, die eigentlich der Konzern übernehmen wollte. Der Senat half Hunderten Mietern, von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch zu machen und die Wohnungen dann an die kommunale Gesellschaft Gewobag weiterzureichen.

In Berlin steigen die Mieten in den letzten Jahren derart stark, dass sich selbst Normalverdiener in bestimmten Vierteln keine Wohnung mehr leisten können. Vor diesem Hintergrund wird in der Stadt inzwischen sogar über die Enteignung privater Wohnungsbestände diskutiert./rin/kr/DP/fba

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