(Neu: Aufträge aus anderen Ländern erhofft)

MASKAT (dpa-AFX) - Neuer Auftrag für den Eurofighter: Das Sultanat Oman kauft zwölf Exemplare des europäischen Kampfjets, wie der britische Rüstungskonzern BAE Systems und das Eurofighter-Konsortium am Freitag mitteilten. Nach Deutschland, Großbritannien, Italien, Spanien sowie Österreich und Saudi-Arabien wird Oman der siebte Kunde, der seine Luftstreitkräfte mit dem europäischen Flieger ausrüstet. Damit endet eine Serie der Niederlagen, bei denen das Eurofighter-Bündnis von BAE Systems, EADS ( EADS Aktie) und der italienischen Finmeccanica ( FINMECCANICA Aktie) das Feld der Konkurrenz aus den USA, Frankreich und Schweden überlassen musste. Jetzt hoffen die Hersteller auf weitere Aufträge aus der Region.

Die Aktien der drei Eurofighter-Konzerne konnten von dem Auftrag zunächst nicht profitieren. Am stärksten ging es für die Papiere von BAE Systems nach unten, die bis zum Nachmittag 1,86 Prozent an Wert verloren.

Der Auftrag aus dem Sultanat kam mit politischer Begleitmusik. Großbritanniens Premierminister David Cameron gab den Erfolg für die Europäer bei einem Besuch in Oman bekannt. Einen besonders dicken Brocken bekommen bei der Bestellung die Briten ab: Neben den zwölf Eurofighter-Jets bestellte Oman auch acht Hawk-Trainingsmaschinen von BAE und erteilte zugehörige Wartungsaufträge. Damit kommt die Bestellung auf einen Gesamtwert von 2,5 Milliarden britischen Pfund (3,1 Mrd Euro).

Die Auslieferung der Eurofighter soll im Jahr 2017 beginnen. Der Auftrag sichert wenigstens für einige Monate die Fortführung der Eurofighter-Produktion, die ohne weitere Aufträge Ende des Jahrzehnts auslaufen müsste. Die Maschinen sollen im bayerischen Manching und Augsburg sowie in Großbritannien, Italien und Spanien gebaut werden, wie ein Eurofighter-Sprecher sagte.

'Wir sind zuversichtlich, dass wir weitere Bestellungen aus der Region gewinnen können', sagte ein Eurofighter-Sprecher der Online-Ausgabe des Magazins 'Capital'. So laufe derzeit eine Verkaufskampagne für die Vereinigten Arabischen Emirate, die 60 Maschinen bestellen könnten, schreibt das Blatt unter Berufung auf Branchenkreise.

Bei den jüngsten Ausschreibungen in Japan, der Schweiz und Indien hatte sich das Eurofighter-Konsortium trotz politischer Unterstützung auch aus der Bundesregierung nicht durchsetzen können. Japan entschied sich für den Tarnkappenbomber F-35 des US-Herstellers Lockheed Martin, die Schweiz bestellte beim schwedischen Flugzeugbauer Saab dessen Gripen-Jet, und Indien traf eine Vorentscheidung für den französischen Kampfjet Rafale. Jeder dieser Aufträge umfasste deutlich mehr Jets als die jetzt erteilte Bestellung aus Oman.

Die am Eurofighter beteiligte EADS-Tochter Cassidian hat nach der gescheiterten Fusion mit BAE ihren Sparkurs verschärft und will 850 Stellen streichen. In der Eurofighter-Wartung in Manching herrscht Kurzarbeit. Die bisherigen Käuferstaaten haben 571 Eurofighter bestellt, 340 Maschinen wurden bisher ausgeliefert./stw/rol/jha/