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ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Politische Unsicherheit belastet den Eurostoxx

18:50 Uhr 19.11.2018

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Europas Börsen sind am Montag auf Talfahrt geblieben. Der anfangs noch erlebte Rückenwind von den Überseebörsen verblasste spätestens mit einem wieder schwachen Handelsauftakt in New York. Die Gewinne beim EuroStoxx 50 bröckelten stetig ab bis er am Nachmittag ins Minus drehte. Am Ende büßte der Eurozonen-Leitindex 0,64 Prozent auf 3160,33 Punkte ein.

In New York stand der Dow Jones Industrial zuletzt mit etwa 1,5 Prozent im Minus. Auch an den wichtigsten europäischen Länderbörsen ging es im Schlepptau dessen bergab: Der Pariser Cac 40 fiel um 0,79 Prozent auf 4985,45 Zähler, während der Londoner FTSE 100 etwas knapper um 0,19 Prozent auf 7000,89 Punkte nachgab.

Während die zuletzt vielbeachtete Berichtssaison langsam als Nachrichtenquelle abklingt, wurden am Markt wieder politische Störfeuer ausgemacht. Der Graben zwischen den USA und China wurde am Wochenende auf dem Asien-Pazifik-Gipfel wieder vertieft, was an den US-Börsen als größte Belastung angesehen wurde. Das Treffen auf Papua-Neuguinea endete am Sonntag im Streit und mit gegenseitigen Vorwürfen.

Außerdem werden die Märkte nach Ansicht der Experten von Liberum auch weiter von der Brexit-Unsicherheit gebremst. Großbritanniens Premierministerin Theresa May droht im Streit um den von ihr mit ausgehandelten Entwurf für eine Trennung von der EU womöglich ein Misstrauensantrag ihrer Fraktion.

Auf Unternehmensseite waren die Blicke stark auf den Autosektor gerichtet - mit einem heftigen Kursrutsch um 8,4 Prozent bei Renault. Zeitweise waren sie sogar um 15 Prozent auf den tiefsten Stand seit über vier Jahren abgerutscht, nachdem schwere Vorwürfe gegen den Chef des Konzernverbunds mit Nissan, Carlos Ghosn, laut geworden waren. Dieser steht wegen mutmaßlicher Verstöße gegen japanische Finanzgesetze vor dem Aus.

Dem standen jedoch eher freundliche Kurse bei deutschen Autobauern gegenüber, angeführt von VW nach neuen Aussagen zu den Margenzielen mit einem Anstieg um fast 2 Prozent. Schlusslicht im Branchenvergleich waren daher nicht die insgesamt im Mittelfeld stehenden Autowerte, sondern jene aus der Technologiebranche mit einem Abschlag von rund 2 Prozent bei ihrem Branchenindex. Hier schwappte das negative Branchenbild aus New York nach Europa über, getrübt von erneuten Sorgen um die iPhone-Absätze von Apple .

Die Nase vorn hatte in Europa der Telekommunikationssektor mit einem Plus von 0,36 Prozent. Angeschoben wurde er unter anderem durch einen vierprozentigen Kursgewinne bei Telecom Italia. Die Investoren honorierten damit den Personalwechsel zu Luigi Gubitosi an der Unternehmensspitze. Mit der Benennung des ehemaligen Merrill-Lynch-Bankers konnte sich der US-Investor Elliott durchsetzten, der bei den Italienern für einen radikalen Umbau eintritt./tih/he

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