PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Leicht nachlassende Sorgen rund um das Coronavirus haben den Eurostoxx 50 <EU0009658145> am Dienstag mit 3832 Punkten auf das höchste Niveau seit 2015 getrieben. Dabei halfen auch weitere Rekorde an der Wall Street. Letztlich gewann der Eurozonen-Leitindex 0,86 Prozent auf 3825,84 Punkte.

Das Tempo, mit dem sich die Lungenerkrankung ausbreite, scheine sich etwas zu verlangsamen, sagte Marktanalyst David Madden von CMC Markets UK. Allerdings hatte die chinesische Gesundheitskommission zuletzt auch die Kriterien für ihre Statistik geändert. Sicher ist allerdings, dass weitere Firmen in China ihre Produktion in dem Land schrittweise wieder hochfahren dürfen. So erteilten die chinesischen Behörden zuletzt auch Airbus <NL0000235190> die entsprechenden Genehmigungen für das Werk in Tianjin.

Der französische Leitindex Cac 40 <FR0003500008> kletterte um 0,65 Prozent auf 6054,76 Punkte. Er steuert damit auf sein jüngstes Hoch seit 2007 bei 6109 Punkten zu. Der Londoner FTSE 100 <GB0001383545> gewann 0,71 Prozent auf 7499,44 Punkte.

Im britischen Leitindex schossen Aktien von Tui <DE000TUAG000> um 13 Prozent nach oben und gaben damit auch der gesamten Reise- und Freizeitbranche Auftrieb. Wenige Monate nach der Pleite von Thomas Cook <GB00B1VYCH82> sprudeln beim weltgrößten Reisekonzern die Buchungen. Der starke Kurssprung lässt sich neben dem von Analysten gelobten Ausblick allerdings auch darauf zurückführen, dass die Aktie unter dem Ausbruch der Coronavirus-Epidemie besonders gelitten hatte.

Papiere von NMC Health <GB00B7FC0762> rutschten derweil um 16 Prozent ab. Tags zuvor waren sie getrieben von Übernahmehoffnungen noch um gut 32 Prozent nach oben geschossen. Nun goss die Beteiligungsgesellschaft KKR Wasser in den Wein indem sie mitteilte, kein Angebot für den Krankenhausbetreiber und Anbieter von Gesundheitsprodukten zu planen.

Der Eurostoxx wurde angeführt von den Papieren von Nokia, die um mehr als fünf Prozent zulegten. Bei den Anteilscheinen der schwedischen Kollegen von Ericsson war es sogar noch ein Prozent mehr. Experten sehen die Netzwerkausrüster davon begünstigt, dass ein US-Richter nun endlich grünes Licht für die Fusion der Telekom-Tochter T-Mobile US mit Sprint gegeben hat. Im US-Mobilfunkmarkt dürften nun die Investitionen zunehmen, hieß es.

Beim französischen Gasehersteller Air Liquide <FR0000120073> wurden gut laufende Geschäfte mit der Elektronik- und Gesundheitsbranche mit einem Kurszuwachs von 2,4 Prozent belohnt./ag/he