PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Europas wichtigste Aktienmärkte sind mit Gewinnen ins Wochenende gegangen. Etwas stärker zulegen konnte am Freitag die Londoner Börse, die von einer unerwartet guten britischen Wirtschaftsentwicklung im vierten Quartal profitierte. Die wenigen zur Veröffentlichung anstehenden Unternehmenszahlen wurden überwiegend positiv aufgenommen.

Der EuroStoxx 50 schloss mit einem Plus von 0,65 Prozent bei 3695,61 Punkten. Auf Wochensicht resultierte daraus für den Leitindex der Eurozone ein Gewinn von rund 1,1 Prozent. Der Cac 40 stieg am Freitag um 0,60 Prozent auf 5703,67 Punkte. Der britische FTSE 100 gewann 0,94 Prozent auf 6589,79 Zähler.

Aus Branchensicht hatten die Aktien von Medienunternehmen am Freitag die Nase vorn: Der Subindex im marktbreiten Stoxx Europe 600 legte um 1,5 Prozent zu. Ihm halfen offenbar die besser als erwarteten Quartalszahlen von Walt Disney . Der amerikanische Entertainment-Gigant hatte am Vortag nach US-Börsenschluss über eine Rückkehr in die Gewinnzone im Schlussquartal 2020 berichtet. Schlusslicht im Stoxx-Tableau war der Automotive-Index mit einem Minus von rund 0,6 Prozent.

Nach der Geschäftszahlen-Flut der vergangenen Tage flaute das Geschehen diesbezüglich am Freitag ab. Im Fokus stand der Bericht von ING , der dem Papier einen Kurssprung von 6,7 Prozent und den EuroStoxx-Spitzenplatz bescherte. Hohe Rückstellungen für gefährdete Kredite und Kosten für einen Stellenabbau brockten der niederländischen Großbank 2020 zwar einen Gewinneinbruch ein. Im Schlussquartal fielen die Belastungen aber geringer aus, so dass das Geldhaus in diesem Zeitraum unter dem Strich mehr verdiente als Analysten im Schnitt erwartet hatten.

Bei L'Oreal konnten sich die Aktionäre nach Umsatzzahlen über einen Kursanstieg von 3,0 Prozent freuen. Der Kosmetikhersteller steigerte im Schlussquartal seine Erlöse auf vergleichbarer Basis deutlich stärker als prognostiziert. L'Oreal habe ein schwieriges Jahr mit einem positiven Unterton beendet, schrieb Analystin Celine Pannuti von der US-Bank JPMorgan. Zudem seien die Ergebniserwartungen übertroffen worden, hieß es von den Instituten Credit Suisse und RBC.

Die Anteilscheine von ASML setzten auch ohne aktuelle Unternehmensnachrichten ihre Rekordjagd fort und gewannen 3,0 Prozent. Der Hersteller von Produktionsanlagen für Halbleiter zählt zu den Profiteuren sogenannter Megatrends wie Digitalisierung, Elektromobilität und des verstärkten Einsatzes von Sensortechnik. Große Halbleiterproduzenten hatten jüngst hohe Investitionen angekündigt angesichts einer zunehmenden Verknappung von Chips./edh/he