PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Dank starker Bankenaktien haben Europas Börsen am Donnerstag weiter zugelegt. Die Branche profitierte vom Zinsentscheid der US-Notenbank Fed am Vortag und Aussagen zur weiteren Geldpolitik. Amerikas Währungshüter seien offenbar "nicht gewillt, in einen aggressiven Zinssenkungszyklus einzusteigen", so das Fazit von Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> verpasste nur knapp ein neues Hoch seit Ende Juli. Er schloss mit Kursgewinnen von 0,70 Prozent bei 3552,65 Punkten. Für den französischen Cac 40 <FR0003500008> ging es um 0,68 Prozent auf 5659,08 Punkte hoch. Der britische FTSE 100 <GB0001383545> gewann 0,58 Prozent auf 7356,42 Punkte.

Die Fed hatte sich am Vorabend sowohl bei der erwartungsgemäßen Zinssenkung als auch mit Blick auf mögliche zusätzliche Schritte uneins präsentiert. Dies dämpfte die Erwartungen an weitere geldpolitische Lockerungen in den USA. Zudem verzichteten am Donnerstag sowohl die Bank of England als auch die Schweizerische Nationalbank (SNB) auf eine Reduzierung ihrer bereits niedrigen beziehungsweise in der Schweiz sogar negativen Leitzinsen.

Davon profitierten die Aktien europäischer Banken. Denn weiter fallende Zinsen gelten als kontraproduktiv für das Alltagsgeschäft der Institute mit Krediten und festverzinslichen Anleihen. Entsprechend lag deren Subindex <EU0009658806> im marktbreiten Stoxx Europe 600 <EU0009658202> mit einem Plus von nahezu zwei Prozent ganz vorn.

Schlusslicht in der Übersicht war indes der Index der Rohstoff- und Stahlindustrie mit einem Minus von knapp 0,4 Prozent. Stahlaktien wie ArcelorMittal <LU0323134006> und Vallourec <FR0000120354> litten mit Kursverlusten von knapp fünf beziehungsweise fast zweieinhalb Prozent unter einem enttäuschenden Ausblick des US-Konkurrenten US Steel <US9129091081>.

Beim Index der Einzelhandelsunternehmen <CH0019112553> sorgte ein Kursrutsch von Next <GB0032089863> um über fünfeinhalb Prozent für ein nur minimales Plus und damit einen der hinteren Plätze im Branchentableau. Nachdem die Aktien des britischen Branchenvertreters seit Jahresbeginn fast 50 Prozent an Wert gewonnen haben, machten die Anleger nach Zahlen zum ersten Halbjahr offenbar Kasse./gl/jha/