FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax <DE0008469008> hat nach einer weiteren starken Woche am Freitag den Rückwärtsgang eingelegt. Der deutsche Leitindex gab in der ersten Handelsstunde 0,48 Prozent ab auf 12 110,10 Punkte. Nach der Kursrally der Vorwoche hatte er in den vergangenen drei Tagen nach Pfingsten ein weiteres Prozent zugelegt.

Seine Stärke verdankt der Aktienmarkt zuletzt vor allem der Erwartung einer vielleicht nochmals lockereren Geldpolitik der Notenbanken. Beim Thema Handelsstreit herrscht angespannte Ruhe vor einem Treffen des US-Präsidenten Donald Trump und Chinas Staatspräsidenten Xi auf dem G20-Gipfel Ende des Monats. Genau im Auge behalten müssen Anleger aber auch den Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Nach dem mutmaßlichen Angriff auf zwei Öltanker im Golf von Oman am Vortag stiegen die Ölpreise weiter.

Der MDax <DE0008467416>, in dem die Aktien mittelgroßer Unternehmen vertreten sind, sank am Freitagmorgen um 0,54 Prozent auf 25 329,96 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> ging es um 0,41 Prozent abwärts.

Besonders schwer erwischte es europaweit Technologiewerte. Der US-Halbleiterkonzern Broadcom warnte für das für das laufende Jahr vor schwächeren Erlösen als bisher angestrebt. Ein wesentlicher Grund für den Pessimismus sei der Handelsstreit mit China, der die Nachfrage nach Halbleitern drücke, wie aus Aussagen des Chefs Hock Tan hervorgeht. Infineon-Papiere <DE0006231004> rutschten daraufhin um 5,5 Prozent auf das Niveau von Herbst 2016 zurück. Aixtron <DE000A0WMPJ6> sanken um 4 Prozent auf den Stand von Anfang April und Dialog Semiconductor <GB0059822006> schwächelten mit minus 2 Prozent.

Eine skeptische Studie der Investmentbank Oddo BHF riss derweil Rheinmetall <DE0007030009> aus der Hoffnung auf einen erfolgreichen Chartausbruch. Analyst Harald Eggeling sieht eine Reihe von Risiken für den Autozulieferer und Rüstungskonzern - unter anderem für letzteren Geschäftsbereich die Veränderung der politischen Landschaft in Deutschland. Die Papiere sackten um 5 Prozent ab, nachdem sie tags zuvor noch auf den höchsten Stand seit einem Jahr geklettert waren.

Varta bauten derweil ihre jüngste Rally aus und schafften mit 52,30 Euro einen neuen Rekordstand. Seit Anfang Juni schossen sie insbesondere dank der erfolgreichen Kapitalerhöhung zum Kapazitätsausbau bis zu 22 Prozent nach oben./ag/mis