FRANKFURT (dpa-AFX) - Steigende Corona-Infektionszahlen, die Sorgen um neue Restriktionen und triste Vorgaben der Überseebörsen haben am deutschen Aktienmarkt zum Handelsauftakt am Donnerstag für negative Vorzeichen gesorgt. Der Dax rutschte gleich zum Start unter die Marke von 13 000 Punkten und weitete seine Verluste im frühen Handel weiter aus. Zuletzt notierte der deutsche Leitindex 2,31 Prozent tiefer bei 12 727,16 Punkten.

Für den MDax der 60 mittelgroßen Börsentitel ging es um 1,69 Prozent abwärts auf 27 418,59 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor rund zwei Prozent.

Der Dax hatte nach einer schwächeren zweiten Septemberhälfte seit Oktoberbeginn wieder angezogen und die Hürde von 13 000 Punkten zurückerobert. Doch verlor der deutsche Leitindex angesichts der grassierenden Pandemie zuletzt an Schwung. Auch politische Unsicherheiten belasten.

Auch die Experten vom Börsenstatistikmagazin Index-Radar sehen inzwischen erste Anzeichen eines Richtungswechsels. Aktuell ringe der deutsche Leitindex mit einer wichtigen Unterstützung bei 12 750 bis 12 850 Punkten. Sollte das Börsenbarometer deutlich darunter rutschen, könnte der Verkaufsdruck in den kommenden Tagen größer werden, schrieben die Autoren.

Ein weiterer Belastungsfaktor für die Märkte ist derzeit die politische Starre in den USA: Dort befinden sich die Verhandlungen zwischen Republikanern und Demokraten über ein weiteres Konjunkturprogramm zur Abfederung der Corona-Krise weiter in der Sackgasse. Zudem hält die Unsicherheit hinsichtlich des künftigen Verhältnisses der EU zu Großbritannien an.

Auf Unternehmensseite gerieten im morgendlichen Handel in der Dax-Familie vor allem Mitglieder aus durch die Pandemie besonders betroffenen Branchen unter Druck. Im deutschen Leitindex, in dem es keinen einzigen Gewinner gab, hielten die Autowerte die rote Laterne mit Verlusten von rund drei Prozent. Im Gegenzug konnten sich die als defensiv geltenden Immobilienwerte trotz Kursverlusten noch am besten halten.

Im MDax rutschten die bereits an den beiden vorangegangenen Handelstagen sehr schwachen Lufthansa -Aktien weiter ab. Aus Sorge vor neuen weltweiten Reisebeschränkungen ging es für die Papiere der Airline am Index-Ende um mehr als sechs Prozent abwärts. Die Thyssenkrupp-Anteile setzten derweil ihren seit Wochen nahezu ungebrochenen Kursabstieg mit einem Minus von mehr als fünf Prozent fort.

Ein helles Kursfeuerwerk mit einem Plus von zuletzt 18 Prozent zündete beim Zuliefer ElringKlinger in den hinteren Börsenreihen: Hier lockte eine Kooperation mit dem Flugzeugbauer Airbus und ein positiver Analystenkommentar die Anleger. Die Unternehmen wollen künftig gemeinsam Brennstoffzellen für die Luftfahrt entwickeln. Die Commerzbank strich deshalb ihre Verkaufsempfehlung für die ElringKlinger-Aktie.

Bevor im Laufe des Handelstages die Quartalsdaten des Baukonzerns Hochtief folgen, hatten die Anleger noch einige Unternehmenszahlen vom Vorabend zu verdauen. Drägerwerk -Anteile etwa kletterten angesichts eines Umsatz- und Ergebnissprungs mit rund vier Prozent an die SDax -Spitze. Aktien des Großhändlers Metro präsentierten sich dagegen nach Umsatzzahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr mit einem moderaten Minus eher unauffällig./tav/jha/