FRANKFURT (dpa-AFX) - Vor dem offiziellen US-Arbeitsmarktbericht ist der Dax im frühen Freitagshandel in Reichweite seines Rekordhochs von 15 685 Punkten geblieben. Er stand zuletzt mit 15 659,69 Punkten 0,17 Prozent höher. Die DZ Bank erhöhte mittlerweile ihr Dax-Ziel für 2021 auf 15 700 Punkte. 2022 sehen die Experten den deutschen Leitindex bei 16 500 Punkten.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen rückte am Freitagmorgen um 0,24 Prozent auf 33 546,51 Punkte vor. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 notierte kaum verändert.

Die Kauflaune sei weiter vorhanden und durch die bereits am Vortag gelieferten Signale vom US-Arbeitsmarkt noch einmal befeuert worden, sagte Marktexperte Andres Lipkow von Comdirect. "Es braut sich jedoch eine unkomfortable Situation zusammen, da die Erholung am US-Jobmarkt zusätzlich die Diskussion über eine mögliche Inflationssteigerung befeuern könnte."

Anleger haben die Sorge, dass die Geldpolitik der Notenbanken bei steigender Teuerung weniger expansiv wird. Dies könnte Aktien belasten, weil andere Anlageklassen dann attraktiver werden.

Im Falle schwacher Daten vom US-Arbeitsmarkt könnten allerdings Diskussionen darüber starten, ob die Wachstumsdynamik der Wirtschaft bereits ihren Zenit erreicht haben könnte, merkte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets an. "Wie man es dreht und wendet, alles ist möglich, je nach Interpretationsspielraum der Investoren."

Der in diesem Jahr bislang stark gelaufene europäische Bankensektor ließ am Freitag Federn. Deutsche Bank waren mit minus 0,7 Prozent der zweitschwächste Wert. Schwächer mit minus 1,1 Prozent waren nur noch die Anteile des Triebwerkbauers MTU . Vorne gewannen die Papiere des Kunststoffkonzerns Covestro 1,1 Prozent.

Unter den Favoriten im MDax kletterten die Anteile des Konsumgüterherstellers Beiersdorf nach einer doppelten Hochstufung durch die Citigroup mit einem Plus von eineinhalb Prozent wieder deutlich über die 100-Euro-Marke. Die Papiere des Kochboxenversenders Hellofresh stiegen auf ein Rekordhoch, zuletzt verteuerten sie sich um zwei Prozent. Hochtief dagegen fielen als Schlusslicht um 3,4 Prozent auf ein Tief seit November, nachdem Oddo BHF die Aktien des Baukonzerns abgestuft hatte.

Auto1 steigt zum 21. Juni aus dem Nebenwerteindex SDax in den MDax auf. Dies hatte die Deutsche Börse am Vorabend bekanntgegeben. Mit plus 1,2 Prozent stabilisierten sich die Aktien des Online-Gebrauchtwagenhändlers nun etwas. An den zwei vergangenen Tagen waren sie deutlich gefallen bis auf den tiefsten Stand seit dem Börsengang im Februar. Vor allem eine Aktien-Platzierung hatte belastet./ajx/jha/