FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt bleiben nach den jüngsten Kursgewinnen erst einmal vorsichtig. Nach seinem Anstieg auf ein Hoch seit August in der Vorwoche war der Dax <DE0008469008> am Montag mit Minus 0,07 Prozent auf 12 559,11 Punkte wenig verändert. Auch im Index für mittelgroße Unternehmen MDax <DE0008467416> war mit einem Plus von 0,05 Prozent bei 25 943,97 Punkten nicht viel los. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> verlor 0,05 Prozent.

Hoffnungen auf eine anhaltend ultralockere Geldpolitik der Notenbanken hatten den Leitindex am Donnerstag noch auf 12 656 Punkte getrieben. Positive Daten vom US-Arbeitsmarkt sorgten am Freitag dann aber für Unsicherheit, ob es tatsächlich zu einer frühen Einleitung einer Zinswende durch die US-Notenbank Fed kommt. Der Dax war daher bereits zum Wochenschluss ein wenig gefallen. Zudem bleibt die Lage in Nahost angesichts der Spannungen zwischen den USA und dem Iran heikel und auch die Handelsstreitigkeiten zwischen Japan und Südkorea hatten jüngst zugenommen. Vor der Berichtssaison könnte sich der Markt nun schwer tun.

Auf Unternehmensseite sorgte die Deutsche Bank <DE0005140008> mit ihrem Radikalumbau für Bewegung. Der Konzern will bis 2022 rund 18 000 Stellen streichen. Insgesamt werde der Umbau bis Ende 2022 voraussichtlich 7,4 Milliarden Euro kosten. Eine Kapitalerhöhung soll es dafür nicht geben, allerdings sollen die Aktionäre für die Jahre 2019 und 2020 erneut auf eine Dividende verzichten.

Erklärungen dazu will die Bank am frühen Montagnachmittag auf einer Analystenveranstaltung abgeben. Am Markt kamen die Pläne bislang gut an, die Aktie sicherte sich zum Handelsbeginn mit einem Plus von 2,16 Prozent und damit mit Abstand den ersten Platz im Dax. Die Bank habe ihr Geschäftsmodell radikaler überarbeitet als gedacht, kommentierte RBC-Analystin Anke Reingen die Pläne. Kurzfristig dürfte das die Aktie stützen, die erhoffte Steigerung der Profitabilität sollte sich damit aber noch mehr verzögern.

Im MDax dämmten Fuchs Petrolub <DE0005790430>-Papiere ihre deutlichen Anfangsverluste zwar ein, landeten mit einem Minus von zuletzt 3,49 Prozent aber immer noch am Index-Ende. Der Schmierstoffhersteller kassierte seine Jahresprognose wegen der schlechten Wirtschaftslage in der Autoindustrie ein. Neue Ziele soll es erst mit den Halbjahreszahlen am 1. August geben. Im Nebenwerte-Index SDax brachen Washtec-Aktien um 13 Prozent ein, nachdem der Hersteller von Autowaschanlagen seine Ziele gesenkt hatte.

Zalando <DE000ZAL1111>-Aktien profitierten mit einem Plus von 1,63 Prozent von einem erhöhten Kursziel der Schweizer Bank Credit Suisse. Eine Kaufempfehlung des Analysehauses Jefferiesverhalf den Deutsche Wohnen <DE000A0HN5C6>-Aktien zudem zu einem Plus von 1,49 Prozent. Mit dem möglichen Mietendeckel in Berlin sei das schlimmstmögliche Szenario mittlerweile in den stark gefallenen Aktienkurs eingepreist, begründete Analyst Thomas Rothäusler sein neues Anlagevotum. Entsprechend empfahl er auch die Papiere von Ado Properties <LU1250154413> zum Kauf, die in der Folge mit plus 4,40 Prozent an die SDax <DE0009653386>-Spitze kletterten./kro/mis