FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Montag an seine Gewinne aus der vergangenen Woche angeknüpft. Überraschend starke Exportdaten des Monats Juli dürften stützen, denn statt eines erwarteten Rückgangs waren die Ausfuhren deutscher Waren im Vergleich zum Juni gestiegen.

Der Dax <DE0008469008> gewann im frühen Handel 0,21 Prozent auf 12 217,49 Punkte. Der MDax <DE0008467416> stieg zugleich um 0,28 Prozent auf 26 083,23 Zähler. Um 0,11 Prozent ging es für den Leitindex der Eurozone, den EuroStoxx 50 <EU0009658145>, nach oben.

Die Stimmung an den Märkten habe sich allgemein wieder spürbar aufgehellt, sagte Marktexperte Frederik Altmann von Alpha Wertpapierhandel. Für den Dax sieht er zudem weiter Auftrieb, nachdem sich dieser zuletzt klar über 12 000 Zählern etablierte. Die nächste Hürde liege nun bei rund 12 400 Punkten.

Der Fokus der Anleger liegt nun auf den Notenbanken, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic von AxiTrader. "Die Hoffnung ist groß, dass sie die Aktienrally weiter antreiben und aus dem traditionell schlechten September einen starken Börsenmonat machen." Am Donnerstag etwa dürfte die EZB gleich Verschiedenes beschließen, um die Wirtschaft in der Eurozone anzukurbeln. In der folgenden Woche dann könnte die US-Notenbank eine weitere Zinssenkung vornehmen.

Unter den Einzelwerten im Dax stachen die Anteile von Thyssenkrupp <DE0007500001> nach ihrer jüngsten Erholung nun als Schlusslicht mit minus 2,7 Prozent hervor. Ein Händler verwies darauf, dass Vorstandschef Guido Kerkhoff Finanzinvestoren signalisiert habe, nur einen Minderheitsanteil an der Aufzugsparte zu verkaufen. Dies wirke negativ, da noch am Freitag Meldungen über ein Interesse des finnischen Kone-Konzerns an der Sparte die Aktien weiter angetrieben hatte.

Die Aktien des Automobilzulieferers Continental <DE0005439004> stiegen zugleich um marktkonforme 0,4 Prozent. Dass Conti-Chef Elmar Degenhart im Kampf gegen den Abschwung betriebsbedingte Kündigungen nicht ausschließt und einzelne Bereiche auf den Prüfstand stellen will, wie er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" sagte, überrascht laut Händlern nicht. Unter Verweis auf die kriselnde Autoindustrie hatte Conti zuletzt Mitte Juli seine Umsatz- und Gewinnziele gesenkt. Zudem werden Alternativen - und damit auch eine Ausgliederung - für den geplanten Teilbörsengang seines Antriebsgeschäfts Powertrain geprüft.

Verzögerungen bei einem Großauftrag aus China veranlassten den Maschinenbauer Singulus <DE0007238909> seine Jahresprognose zu streichen. Die Papiere des in den vergangenen Jahren krisengeschüttelten Unternehmens büßten außerhalb der Dax-Familie knapp 4 Prozent ein.

Darüber hinaus bewegten mehrere Umstufungen. So gewannen ProSiebenSat.1 <DE000PSM7770> im Index der mittelgroßen Werte, dem MDax, fast 4 Prozent, nachdem die UBS eine Kaufempfehlung aussprach. Morphosys <DE0006632003> gewannen knapp darunter fast 3 Prozent und profitierten von einer positiven Studie der Investmentbank Mainfirst, die das Papier des Antikörperspezialisten in ihre Bewertung aufgenommen hat.

Für Nordex <DE000A0D6554> ging es im SDax <DE0009653386> um 6 Prozent hoch. Hier strich die australische Investmentbank Macquarie ihre Verkaufsempfehlung für die Aktie des Windparkanlagenherstellers und erwartet nun eine überdurchschnittliche Kursentwicklung.

Vom Analysehaus Jefferies gleich um zwei Stufen von "Buy" auf "Underperform" gesenkt, büßten die Aktien der Reederei Hapag-Lloyd <DE000HLAG475> 6 Prozent ein. Nicht zuletzt Insider-Käufe des Großaktionärs Klaus-Michael Kühne hätten den Aktienkurs in diesem Jahr hochgetrieben, schrieb Analyst David Kerstens. Das fundamentale Umfeld rechtfertige allerdings die inzwischen hohe Bewertung nicht./ck/jha/