FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax ist nach dem gestrigen Zwischenhoch am Dienstag erst einmal nicht weiter vom Fleck gekommen. In der ersten Handelsstunde verlor der deutsche Leitindex 0,10 Prozent auf 12 315,79 Punkte. Zu Wochenbeginn hatte er im Tagesverlauf noch den höchsten Stand seit Ende September erreicht, letztlich aber nur ein kleines Plus ins Ziel gerettet.

Auch aus Übersee kam kein Rückenwind für den Dax: Der ebenfalls gut gelaufene US-Leitindex Dow Jones Industrial hatte am Montag unter seinem Tageshoch geschlossen und wird aktuell kaum bewegt erwartet. Derweil entwickelten sich die chinesischen Börsen nach enttäuschenden Konjunkturdaten der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft uneinheitlich. In Japan fand wegen der sogenannten Goldenen Woche erneut kein Handel statt.

Der Index der mittelgroßen Unternehmen MDax stieg am Dienstagvormittag um 0,24 Prozent auf 26 135,65 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,18 Prozent auf 3495,60 Zähler nach unten.

Am deutschen Aktienmarkt mussten die Anleger eine Zahlenflut verarbeiten: Allein aus dem Dax gab es Geschäftsergebnisse der Deutschen Börse , der Lufthansa und von Beiersdorf , begleitet von den Berichten etlicher Unternehmen aus der zweiten und dritten Reihe.

Die Deutsche Börse steigerte das Ergebnis im ersten Quartal trotz des für den Börsenbetreiber eher mauen Aktienmarktumfelds überraschend deutlich. Derweil entsprachen die ebenfalls gewachsenen Erlöse den Analystenprognosen. Die Aktien zählten mit knapp einem Prozent Plus zu den Favoriten der Anleger im Leitindex. Beim Konsumgüterhersteller Beiersdorf konnten sich die Anleger über ein Kurzuwachs von gut dreieinhalb Prozent und den Dax-Spitzenplatz freuen. Das Umsatzplus aus eigener Kraft im ersten Quartal sei höher als erwartet ausgefallen, lobte ein Börsianer.

Derweil büßten die Titel der Lufthansa knapp ein halbes Prozent ein. Die Fluggesellschaft strich mit der Vorlage der vollständigen Quartalszahlen die Wachstumspläne für Eurowings weiter zusammen. Angesichts der Engpässe im europäischen Luftraum werde das Flugangebot der Billigtochter auf dem Niveau des Vorjahres verharren, hieß es. Zuletzt hatte der Vorstand noch eine Steigerung um zwei Prozent im Auge gehabt. Analyst Adrian Yanoshik von der Privatbank Berenberg bemängelte zudem eine überraschend schwache Umsatzentwicklung.

Bester Wert im MDax war Nemetschek : Dank des starken Umsatzwachstums im ersten Quartal zogen die Aktien des Bausoftwareherstellers um siebeneinhalb Prozent an und erreichten ein Rekordhoch. Gleiches galt für die Anteilsscheine von Symrise mit einem Kursanstieg um rund anderthalb Prozent. Auch der Hersteller von Duftstoffen und Aromen überzeugte die Anleger mit einem starken Jahresauftakt. Bei den Titeln des Triebwerksbauers MTU sorgten die guten Geschäftsergebnisse für das erste Quartal für ein Plus von über anderthalb Prozent.

Dagegen ging es für Airbus-Papiere um 0,7 Prozent bergab. Das deutsche Verbot von Rüstungsexporten nach Saudi-Arabien brockte dem Luftfahrt- und Rüstungskonzern einen Einbruch des Quartalsgewinns ein.

Aus dem Nebenwerte-Index SDax stach Ceconomy mit einem Kurssprung von fast elf Prozent heraus. Der Mutterkonzern der Elektronikketten Media Markt und Saturn will mit dem Abbau hunderter Stellen, einem strafferen Geschäft und schlankerem Management zu profitablem Wachstum zurückkehren.

Die Aktien von Rib Software setzten mit einem Anstieg von zwei Prozent ihren Aufwärtstrend fort, nachdem der Branchenkollege von Nemetschek für das erste Quartal ein weiter rasantes Wachstum berichtet hatte.

Dagegen zählten die Anteilsscheine von Klöckner & Co mit über einem Prozent Minus zu den größten Verlierern im SDax. Die Nachfrageprognose des Stahlhändlers für Europa und die USA klinge nun etwas vorsichtiger als bisher, schrieb Analyst Eugene Kong von der US-Investmentbank Goldman Sachs. Aixtron-Titel verbilligten sich um ein halbes Prozent. Ein Händler begründete dies vor allem mit den Prognosen des Spezialanlagenbauers für das laufende Jahr./gl/mis