FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Dienstag den Kursgewinnen aus Übersee angeschlossen. Der Dax zog im frühen Handel um 1,73 Prozent auf 12 475,10 Zähler an und überwand damit wieder die Hürde bei 12 400 Punkten. Seit einer Woche war der Leitindex mehrfach an dieser Marke ausgebremst worden. Für Rückenwind sorgten auch robuste Konjunkturdaten aus Europa.

Der MDax der mittelgroßen deutschen Börsenwerte legte zuletzt um 1,23 Prozent auf 26 294,29 Punkte zu. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 rückte um 1,49 Prozent auf 3289,90 Punkte vor.

Trotz steigender Börsen blieben die meisten Anleger im Grunde aber weiter vorsichtig, kommentierte Portfoliomanager Thomas Altmann von der Investmentboutique QC Partners. Dafür verwies er auf die zuletzt sehr geringen Börsenumsätze. Sie machten deutlich, wie gering die Bereitschaft sei, neue Positionen einzugehen. "Natürlich haben alle Angst, nach oben nicht dabei zu sein. Gleichzeitig ist die Angst, nach unten dabei zu sein, aber noch größer."

Zur zeitweisen Verunsicherung an Asiens Börsen an diesem Morgen nach widersprüchlichen Meldungen zum US-chinesischen Handelsabkommen schrieb er: "Fakt ist, aktuell hat der Handelsdeal weiterhin Bestand. Wie lange das so bleiben wird, kann allerdings niemand vorhersagen." Peter Navarro, ein Berater des US-Präsidenten Donald Trump, hatte zeitweise für Verwirrung gesorgt und auch Verluste an den Börsen ausgelöst. In einem Interview des Senders Fox News hatte Navarro das Handelsabkommen mit China für beendet erklärt. Trump beschwor auf Twitter dann jedoch dessen Fortbestehen: "Das Handelsabkommen mit China ist vollständig intakt."

Unter den Einzelwerten blieb die von einem milliardenschweren Bilanzskandal erschütterte Wirecard-Aktie im Fokus. Nach der heftigen Talfahrt seit Donnerstag, während derer sie 85 Prozent einbüßte, ging es nun erstmals wieder aufwärts. Zuletzt erholte sich das Papier des Zahlungsabwicklers mit 13,5 Prozent auf 16,40 Euro. Noch am Mittwoch hatte es allerdings mehr als 100 Euro gekostet.

Für die Aktien von HeidelbergCement ging es nach einem positiven Analystenurteil um 2,9 Prozent nach oben. Bei der Societe Generale übernahm Analyst Xavier Marchand nun die Bewertung der europäischen Baustoffbranche und hob die Papiere des deutschen Baustoff-Herstellers von "Hold" auf "Buy".

In der zweiten Reihe waren die Anteilsscheine des auf Arztpraxen und Apotheken spezialisierten Softwareanbieter Compugroup Schlusslicht im MDax. Das Unternehmen besorgte sich zur Finanzierung weiteren Wachstums frisches Geld am Aktienmarkt. Der Abschlag von etwas mehr als 7 Prozent auf den Schlusskurs am Vortag kam dabei nicht gut an. Die Anteilsscheine verloren nun 4 Prozent.

Der Stahlhändler Klöckner & Co äußerte sich am Montagabend zu seinem zweiten Quartal. Er kam besser durch die Corona-Krise als zunächst befürchtet, was die KlöCo-Aktien mit plus 16,7 Prozent an die SDax -Spitze katapultierte./ck/jha/