FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax <DE0008469008> hat sich nach dem weiteren Rückschlag vom Dienstag zunächst etwas stabilisiert. Der deutsche Leitindex rückte im frühen Handel am Mittwoch um 0,49 Prozent auf 12 152,12 Punkte vor. Am Dienstag war der Dax mit gut anderthalb Prozent Minus erstmals seit sechs Wochen wieder unter seine 21-Tage-Linie zurückgefallen. Diese gilt als Indikator für den kurzfristigen Trend. Der MDax <DE0008467416> der mittelgroßen Werte gewann am Mittwoch 0,48 Prozent auf 25 581,86 Punkte. Auch der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> legte etwas zu. Der Markt blicke derzeit mit Spannung nach Washington, wo sich China und die USA am Donnerstag und Freitag an den Verhandlungstisch begeben, schrieb Marktanalyst Milan Cutkovic vom Handelshaus AxiTrader. Während es bei einem Teil der Anleger noch die Hoffnung gebe, dass es sich bei der Ankündigung neuer hoher US-Sonderzölle auf Einfuhren aus China nur um eine leere Drohung handelt, um den Druck auf China zu verstärken, gingen andere lieber in Deckung. "US-Präsident Donald Trump bleibt unberechenbar und es ist nicht auszuschließen, dass er seinen Plan umsetzt", hieß es. Im Fokus standen hierzulande vor allem neue Quartalsberichte. So stimmt das rasante Wachstum beim Zahlungsabwickler Wirecard <DE0007472060> den Dax-Neuling für das Gesamtjahr beim Gewinn zuversichtlicher. Das wegen Bilanzierungsproblemen unter Druck stehende Management um Vorstandschef Markus Braun schraubt nach einem starken ersten Quartal die Erwartung an das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen in diesem Jahr hoch. Die Aktien zogen um rund 2 Prozent an und zählten damit den Favoriten im Dax. Den ersten Platz im Leitindex sicherten sich die Papiere von Siemens <DE0007236101> mit einem Plus von gut 4 Prozent. Der Technologiekonzern schnitt im zweiten Geschäftsquartal besser ab als erwartet. Zudem kündigte das Unternehmen an, sich von der Energiesparte trennen und diese an die Börse bringen zu wollen. Dazu soll der Anteil des Windkraftgeschäfts Siemens Gamesa <ES0143416115> in das neue Unternehmen eingebracht werden. Siemens will sich damit verstärkt auf die digitalen Geschäfte konzentrieren. Höhere Katastrophenschäden aber brockten dem weltgrößten Rückversicherer Munich Re <DE0008430026> zum Jahresstart einen deutlichen Gewinnrückgang ein. Für die Anteilsscheine ging es um mehr als 1 Prozent nach unten. Unter den im MDax gelisteten Unternehmen schnitt der Lichtkonzern Osram <DE000LED4000> im zweiten Geschäftsquartal nicht ganz so schlecht ab wie befürchtet. Die Aktien waren zunächst um bis zu 5,56 Prozent in die Höhe geschnellt, bevor die Gewinne dahinschmolzen. Zuletzt waren die Aktien noch knapp 1 Prozent im Plus. Die Commerzbank <DE000CBK1001> sieht sich trotz eines Gewinneinbruchs zum Jahresauftakt auf Kurs in eine eigenständige Zukunft. Derweil schnitt das Institut etwas besser ab als von Analysten erwartet. Die Papiere stiegen um fast 1 Prozent. Für die Anteilsscheine von Fraport <DE0005773303> wiederum ging es leicht nach unten. Der Frankfurter Flughafenbetreiber habe auf operativer Ebene durchwachsen abgeschnitten, hieß es von der US-Bank JPMorgan. Spitzenreiter im Nebenwerte-Index SDax <DE0009653386> waren die Aktien von Schaeffler <DE000SHA0159>, die um fast 5 Prozent anzogen. Der Autozulieferer schnitt laut dem Analysten Manuel Tanzer vom Investmenthaus Pareto in einem schwierigen Umfeld besser ab, als nach dem sehr schwachen vierten Quartal befürchtet worden war./la/fba