FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat am Freitag seine Vortagsgewinne nicht ganz behauptet. Die Rekordrally bei manchen US-Indizes kam hierzulande kaum an, sodass der Leitindex zuletzt knapp mit 0,08 Prozent im Minus lag bei 15 576,26 Punkten. Er steuert damit aber auf ein Wochenplus von 0,8 Prozent zu. Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte stieg am Freitag um 0,30 Prozent auf 34 446,16 Punkte.

Der Dax befindet sich weiter in keinem nachhaltigen Trend. Nach dem Auf und Ab der vergangenen Tage scheuen Anleger weiter einen Angriff auf die Rekordmarke bei 15 802 Punkten. Der Dax folgt damit den US-Börsen nur mit gedrosseltem Tempo. An der Wall Street sind ihm die Technologie-Indizes der Nasdaq und nun auch der marktbreite S&P 500 mit Höchstständen eine Nase voraus.

"Einerseits zeigt sich seit geraumer Zeit, dass der Spielraum auf der Oberseite ausgereizt zu sein scheint, andererseits werden zwischenzeitliche Rücksetzer zügig wieder aufgeholt", hieß es am Morgen bei der Landesbank Helaba.

In den USA hatte es bei den Anlegern Anklang gefunden, dass Joe Biden im Ringen um billionenschwere Investitionen in die Infrastruktur Fortschritte macht. Der US-Präsident verkündete eine Einigung mit eine Gruppe von demokratischen und republikanischen Senatoren auf ein Paket für Investitionen in Straßen, Brücken, Verkehrs- und Energienetze. Eine Zustimmung im Kongress gilt damit aber weiter nicht als gewiss. Dennoch profitierten hierzulande die Bauwerte: Die Titel des Baustoffkonzerns Heidelbergcement zogen im Dax um zwei Prozent an und jene des Baukonzerns Hochtief im MDax um 1,1 Prozent.

Außerdem erhielten die US-Banken im Rahmen eines Stresstests positives Feedback: Die US-Notenbank Fed hob die Einschränkungen von Aktienrückkäufen und Dividenden auf. Dies wirkte am Freitag hierzulande bei den Aktien der Deutschen Bank aber nur als kleine Stütze. Für diese ging es im frühen Handel um 0,2 Prozent hoch.

Mit einem Anstieg um 4,5 Prozent waren vor allem Adidas -Papiere stark gefragt. Hier verwiesen Börsianer auf einen Kurssprung um 14 Prozent bei den Anteilen des Wettbewerbers Nike im nachbörslichen US-Handel. Die Adidas-Titel kehrten über die Marke von 300 Euro zurück und schafften es kurz mit 307 Euro auf ein Hoch seit Anfang 2020, als die Aktie bei 317 Euro ihren Rekord aufgestellt hatte.

Der Sportartikel-Hersteller Nike hatte mit seinen Zahlen für das vergangene Quartal die Markterwartungen deutlich übertroffen und auch mit seiner neuen Jahresprognose überzeugt. Auch die Papiere des Konkurrenten Puma profitieren davon im MDax mit einem Anstieg um 2,3 Prozent. Sie wurden am Freitag erstmals in ihrer Geschichte kurz über 100 Euro gehandelt.

Auf der Verliererseite stand dagegen die zuletzt rekordhohe Aktie der Deutschen Post , die um 1,2 Prozent sank. Auch hier waren die Blicke auf einen US-Wettbewerber gerichtet: Fedex verfehlte mit seinem Ausblick die Erwartungen und so war die Aktie des US-Logistikers im nachbörslichen New Yorker Handel unter Druck geraten, obwohl es für die Quartalszahlen positives Feedback gab.

Auch die Aktien der Hornbach Holding standen im Blickfeld. Gute Quartalszahlen und der daraufhin in Aussicht gestellte Erlösanstieg in diesem Jahr gefielen den Anlegern. Nach einem frühen Kursplus von mehr als vier Prozent ließ der Rückenwind aber schnell nach, zuletzt bewegten sich die Aktien der Baumarkt-Holding noch mit 1,1 Prozent im Plus.

Ansonsten beschäftigte am Freitag auch ein Börsengang die Anleger: Bike24 startete solide in den Handel, nachdem der Ausgabepreis zuletzt mit 15 Euro nur am unteren Rande der Zielspanne festgelegt werden konnte. Der erste Kurs lag mit 15,30 Euro leicht darüber, zuletzt wurden dann 15,70 Euro bezahlt. Aktionäre der ersten Stunde konnten sich so über einen Zugewinn von fast fünf Prozent freuen./tih/jha/