FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben sich am Donnerstagmorgen nicht allzuweit aus der Deckung gewagt. Auf frische Impulse aus den USA müssen sie verzichten, denn die Börsen jenseits des Atlantik sind wegen des "Thanksgiving"-Feiertags geschlossen.

Der Dax notierte im frühen Handel 0,04 Prozent höher bei 13 294,76 Punkten. Der Leitindex versucht sich weiter hartnäckig an der Hürde um die 13 300 Punkte. Tags zuvor hatte es das Börsenbarometer abermals darüber geschafft, konnte das Niveau letztlich jedoch erneut nicht halten.

Der MDax der 60 mittelgroßen Werte legte am Donnerstag um 0,27 Prozent auf 29 107,86 Zähler zu. Für den EuroStoxx 50 ging es um rund 0,1 Prozent aufwärts.

Die Mehrheit der Börsianer sei - gespeist von der Hoffnung auf eine schnelle wirtschaftliche Erholung - weiterhin optimistisch gestimmt, bemerkte Marktanalyst Thomas Altmann von QC Partners. Negative Fakten wie hohe Bewertungen fänden derzeit kaum Beachtung.

Allerdings trübten die verlängerten Coronamaßnahmen in Deutschland die Aussichten für das laufende Quartal, gab Helaba-Experte Ralf Umlauf zu bedenken und verwies auf striktere Begrenzungen für den Einzelhandel sowie fehlende Lockerungen für das Gastgewerbe. "Auch ohne die neuen Beschlüsse lastet der Lockdown bereits auf der Verbraucherstimmung. Fiskal- und Geldpolitik bleiben somit gefordert", so Umlauf.

Das Rekordhoch des technologielastigen Nasdaq-Composite-Index am Vorabend animierte die Anleger auch hierzulande zu Käufen von Technologiewerten. So stiegen die Aktien des Softwarekonzerns SAP wieder über die Marke von 100 Euro und gewannen an der Dax-Spitze 1,7 Prozent. Die Papiere des Halbleiterindustrie-Ausrüsters Aixtron und des IT-Dienstleisters Bechtle waren mit Gewinnen von 5 Prozent beziehungsweise 2,2 Prozent unter den die Top-Werten im MDax.

Neuer Gegenwind aus Südkorea ließ die Aktien von Delivery Hero um 1,0 Prozent fallen. Das südkoreanische Ministerium (MSS) drängt die Wettbewerbshüter des Landes auf eine Untersuchung der Preisgestaltung der koreanischen Delivery-Hero-Tochter. Es bestehe der Verdacht, dass der Essenslieferant seine starke Marktstellung ausgenutzt habe, hieß es.

Eine negative Analystenstudie warf die Aktien von Ceconomy um 6,4 Prozent zurück an das Ende des SDax. Barclays-Experte Nicolas Champ sorgte mit seinem "Underweight"-Votum und einem Ziel von 3,60 Euro für Mollstimmung. Er sieht dunkle Wolken für die Gewinnentwicklung und den Mittelzufluss im Geschäftsjahr 2020/2021 heraufziehen. Der boomende Onlinehandel belaste die Profitabilität. Zudem belasteten die komplexe Konzernstruktur und die unklare Nachfolge des Konzernchefs im kommenden Jahr./edh/mis