FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem zuletzt starken Anstieg des Dax <DE0008469008> hat die neue Börsenwoche mit leichten Verlusten begonnen. Für Molltöne sorgte der Autobauer Daimler <DE0007100000> mit einer Gewinnwarnung. Der deutsche Leitindex Dax baute am Montagmorgen seinen Verlust weiter aus und stand zuletzt um 0,30 Prozent tiefer bei 12 302,44 Punkten. Das in der vergangenen Woche erreichten Jahreshoch bleibt aber in Sichtweite.

Seit dem Zwischentief vor drei Wochen bei 11 620 Punkten war das wichtigste deutsche Börsenbarometer getrieben von der Aussicht auf eine lockerere Geldpolitik der Notenbanken um bis zu 7 Prozent nach oben gerannt. Anleiherenditen auf Rekordtiefs treiben die Anleger förmlich in Aktien. Doch zwei Aspekte könnten nun den Drang der Investoren etwas bremsen: der immer näher rückende G20-Gipfel und die Eskalation im Konflikt der USA mit dem Iran. Bereits vor dem Wochenende hatte die Auseinandersetzung zwischen beiden Ländern der jüngsten Börsenrally Wind aus den Segeln genommen.

Im breiteren Markt zeigten sich die Anleger zu Wochenbeginn dagegen weniger zögerlich: Der MDax <DE0008467416>, in dem die Aktien mittelgroßer Unternehmen vertreten sind, rückte im frühen Handel um 0,47 Prozent auf 25 620,75 Punkte vor. Nach einem noch freundlichen Start in Europa bröckelten indes die Gewinne - der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> verbuchte zuletzt ein dünnes Minus.

Zu Wochenbeginn will US-Präsident Donald Trump nun "bedeutende zusätzliche Sanktionen" verkünden, um die Führung in Teheran an den Verhandlungstisch zu zwingen. Die USA beantragten zudem eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats. Der Streit bleibe ein Pulverfass auch für die Börsen, sagte Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners. Doch solange sich neue Eskalationsstufen im Bereich wirtschaftlicher Sanktionen bewegten, können die Aktienmärkte damit noch recht gut leben.

So hatten die Anleger auch den weiter schwelenden Handelsstreit mit China zuletzt eher ausgeblendet. Doch gelöst ist der Konflikt noch lange nicht. Alle Welt schaut nun auf den G20-Gipfel Ende der Woche in Japan. Dann ist ein Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping geplant. Ob sich beide Seiten annähern, steht wie immer in den Sternen.

Zu Wochenbeginn richtete sich der Fokus der Anleger im Dax auf den Autobauer Daimler. Die Papiere rutschten nach einer erneuten Gewinnwarnung mit einem Abschlag von mehr als dreieinhalb Prozent an das Index-Ende. Wegen hoher Rückstellungen im Zusammenhang mit der Affäre um mutmaßlich manipulierte Dieselmotoren sehen die Stuttgarter ihren operativen Jahresgewinn nun nur noch auf Vorjahresniveau. Die Papiere der Konkurrenten BMW <DE0005190003> und Volkswagen <DE0007664039> fielen in diesem Sog moderat.

Lufthansa <DE0008232125> konnten dagegen ihre vorbörslichen Kursgewinne nicht verteidigen und rutschten um mehr als eineinhalb Prozent ab. Mit der jüngsten Gewinnwarnung hat das Vertrauen der Anleger in die Airline einen noch größeren Knacks bekommen. Am Montag kündigte der Konzern eine Änderung der Dividendenpolitik an.

Aktien des angeschlagenen Einzelhandelskonzerns Metro verteuerten sich nach dem Übernahmeangebot der beiden osteuropäischen Investoren Daniel Kretinsky und Patrik Tkac um mehr als vier Prozent. Die Metro-Führung bewertete die Offerte indes als zu niedrig. Anleger könnten womöglich nun auf eine Nachbesserung seitens der Interessenten spekulieren.

Unterdessen kann das Biotechunternehmen Morphosys <DE0006632003> weiter mit seinem Prüfmedikament Tafasitamab punkten. Analysten und Aktionäre zeigten sich von weiteren Daten der laufenden Blutkrebsstudie beeindruckt: Die Aktie schnellte um rund sechs Prozent nach oben und ist damit zurück auf dem Niveau von Ende Mai. Auch eine neue strategische Partnerschaft in Großbritannien für das Biotechunternehmen Evotec <DE0005664809> traf den Geschmack der Investoren - die Aktie verteuerte sich um fast zwei Prozent.

Zum Wochenstart gibt es zudem noch einige Veränderungen in den Indizes hinter dem Dax: So steigt Wacker Chemie <DE000WCH8881> aus dem Index der mittelgroßen Werte MDax <DE0008467416> in den SDax ab. Nachrücker ist der Leasingspezialist Grenke <DE000A161N30>. Im Kleinwerteindex SDax <DE0009653386> müssen Vossloh <DE0007667107> und Hapag Lloyd <DE000HLAG475> ihre Plätze für Eckert & Ziegler <DE0005659700> und DMG Mori <DE0005878003> räumen./tav/mis