FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax <DE0008469008> hat am Donnerstag mit minimalen Verlusten auf die Entscheidungen der US-Notenbank und die jüngsten Geschäftszahlen der Unternehmen reagiert. Der deutsche Leitindex gab nach der Verschnaufpause zur Wochenmitte um 0,06 Prozent auf 12 181,61 Punkte nach.

Der MDax <DE0008467416> der mittelgroßen deutschen Werte notierte hingegen 0,58 Prozent höher bei 26 084,47 Punkten. Der EuroStoxx 50 <EU0009658145> legte weniger stark zu.

Die US-Währungshüter hatten zwar wie erwartet erstmals seit der Finanzkrise vor über zehn Jahren den Leitzins um einen Viertelprozentpunkt gesenkt. Sie hätten allerdings kaum eine Chance gehabt, die Anleger positiv zu überraschen, und die Minderheit enttäuscht, die auf eine Senkung gleich um einen halben Prozentpunkt gesetzt habe, hieß es am Markt. Volkswirtin Charlotte Heck-Parsch von der Bayerischen Landesbank sprach von einer "zaghaften Zinssenkung".

Derweil sei der Markt nach der jüngsten Korrektur überverkauft, schrieb Chartexperte Franz-Georg Wenner von Index-Radar. Am Dienstag hatten enttäuschende Unternehmenszahlen und schwache Konjunkturdaten den Dax auf den tiefsten Stand seit sechs Wochen gedrückt. Nun könnte zwar eine Erholung folgen, fuhr Wenner fort. Allerdings zeigt sich immer deutlicher der für die Sommerzeit typische Verlust an Aufwärtsdynamik.

Im Dax schockte diesmal Siemens <DE0007236101> seine Aktionäre: Der Technologiekonzern zeigt sich angesichts einer Eintrübung in seinen Schlüsselmärkten für das laufende Geschäftsjahr etwas pessimistischer. Zudem seien im abgelaufenen Quartal die Margen in allen Segmenten außer Mobilität enttäuschend ausgefallen, urteilte Analyst Andreas Willi von der US-Bank JPMorgan. Die Aktien sackten um rund 5 Prozent ab und waren damit das klare Schlusslicht im Dax.

Für die Papiere von BMW <DE0005190003> ging es hingegen um mehr als 1 Prozent nach oben. Das zweite Quartal des Autokonzerns war zwar von rückläufigen Gewinnen geprägt, doch kam diese Entwicklung nicht überraschend. Die Anteilsscheine von Infineon <DE0006231004> zogen noch etwas stärker an. Vor dem Hintergrund eines schwächelnden Halbleitermarktes profitiere der Chiphersteller von einer insgesamt robusten Nachfrage nach seinen Produkten.

Einsamer Spitzenreiter im MDax waren die Aktien von Zalando <DE000ZAL1111>, die um gut 10 Prozent anzogen. Damit bewegten sich die Papiere wieder auf dem Niveau von August letzten Jahres. Der Onlinehändler lockt immer mehr Kunden auf seine Webseiten und zeigt sich für das Gesamtjahr noch optimistischer als bisher. Eine bessere Auslastung der Kapazitäten habe sich im zweiten Quartal vorteilhaft auf die Kosten des Unternehmens ausgewirkt, schrieb Analyst Tushar Jain von der US-Bank Goldman Sachs.

Am anderen Ende des Index büßten die Anteilsscheine von Evonik <DE000EVNK013> rund 3 Prozent ein. Im abgelaufenen zweiten Quartal musste der Spezialchemie-Konzern wegen der Autoflaute und niedrigerer Preise für Tierfutter-Eiweiß im Vergleich zu den hohen Vorjahreswerten Einbußen hinnehmen.

Im Nebenwerteindex SDax <DE0009653386> knickten die Papiere von Dr. Hönle <DE0005157101> um mehr als 14 Prozent ein. Der UV-Technologieanbieter wird pessimistischer für das Geschäftsjahr. Der Grund sei ein großer Kunde, der seine Lieferantenstrategie ändere, hieß es./la/jha/