FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach den massiven Vortagesverlusten hat der deutsche Aktienmarkt am Donnerstagvormittag freundlich tendiert. Der Dax <DE0008469008> gewann im frühen Handel 0,25 Prozent auf 11 521,95 Punkte, nachdem er am Vortag wegen Konjunkturängsten um mehr als 2 Prozent eingeknickt war. Der MDax <DE0008467416>, der die Aktien mittelgroßer deutscher Unternehmen repräsentiert, stieg am Donnerstag um 0,23 Prozent auf 24 717,64 Punkte. Der EuroStoxx 50 <EU0009658145> als Leitindex der Eurozone rückte um rund 0,2 Prozent vor.

Doch Analyst Milan Cutkovic von AxiTrader glaubt nicht so recht an eine Marktstabilisierung: "Der deutsche Aktienmarkt bleibt angeschlagen, mit dem gestrigen Rutsch unter die Marke von 11 500 Punkten hat sich die Situation noch einmal verschärft." Insofern dürfte ein Test der nächsten Unterstützungszone rund um 11 200 Punkte nur eine Frage der Zeit sein, so Cutkovic.

Unter den Einzelwerten standen die Aktien von K+S <DE000KSAG888> mit einem Kursgewinn von 4,5 Prozent an der MDax-Spitze. Höhere Kalipreise, ein steigender Absatz sowie der gesunkene Eurokurs haben dem Dünger- und Salzkonzern im zweiten Quartal ein deutliches Gewinnplus beschert. Ein Händler sprach in einer ersten Reaktion von durchwachsenen Zahlen, lobte aber den deutlich verbesserten Free Cashflow.

Der vorsichtigere Blick von 1&1 Drillisch <DE0005545503> und deren Muttergesellschaft United Internet <DE0005089031> auf das Jahr 2019 belastete die Aktien beider Unternehmen deutlich. Die Papiere des Mobilfunkers 1&1 Drillisch verloren 3,2 Prozent, jene von United Internet fielen um 4,0 Prozent. Beide Werte waren damit Schlusslichter im MDax und setzten ihre längerfristigen Abwärtstrends fort. Die gekürzten Jahresziele von 1&1 Drillisch hätten nicht wirklich überrascht, sagte ein Händler. Dennoch sei der Schritt keine gute Nachricht. United Internet sei langfristig für Anleger interessant, aber dieser Donnerstag wohl nicht der beste Tag, um die Papiere zu kaufen, hieß es.

Einen Kurseinbruch von rund 30 Prozent und den Fall auf ein Rekordtief bei 3,73 Euro mussten die Aktien der SGL Group <DE0007235301> hinnehmen. Sie reagierten damit auf eine Gewinnwarnung des Kohlefaserspezialisten und den Rücktritt von Vorstandschef Jürgen Köhler. Allein seit einem Zwischenhoch Mitte April summiert sich der Verlust der Papiere damit auf rund 45 Prozent. Die Gewinnwarnung komme überraschend, nachdem das Unternehmen erst Anfang August seinen Jahresausblick bestätigt habe, monierte ein Händler am Morgen. Dies sei auch ein Manko für die Glaubwürdigkeit des Managements./edh/fba