FRANKFURT (dpa-AFX) - Vor den mit Spannung erwarteten Inflationsdaten aus den USA und geldpolitischen Signalen der Europäischen Zentralbank (EZB) zeigt sich der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag etwas defensiver. Der Dax sank in der ersten Handelsstunde um 0,35 Prozent auf 15 526 Punkte. Der MDax gab um 0,21 Prozent auf 33 733 Punkte nach. Der EuroStoxx 50 verlor 0,2 Prozent.

Durchaus turbulenter könnte es laut Marktteilnehmern am Nachmittag ab 14.30 Uhr werden, wenn EZB-Präsidentin Christine Lagarde in der Pressekonferenz die neuesten Projektionen der Notenbank und die Inflationsprognosen erläutern wird. Zu dieser Uhrzeit werden dann auch die US-Verbraucherpreise veröffentlicht. Beide Ereignisse hätten das Potenzial, die Börsen deutlich zu bewegen, erläuterte Thomas Altmann, Portfolio-Manager beim Vermögensverwalter QC Partners.

Die Karten würden dann neu gemischt, sagte dazu Analyst Milan Cutkovic vom Broker Axi. Vor allem aus den USA drohe Gegenwind. Ein starker Anstieg der Inflationsrate bringe die US-Notenbank noch stärker unter Druck und könnte auf dem Börsenparkett für panische Verkäufe sorgen, warnte der Experte.

Experten gehen davon aus, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Kurs trotz einer wirtschaftlichen Erholung und steigender Inflation beibehält. Die Wertpapierkäufe des Corona-Krisenprogramms Pepp sollten laut einer Mehrheit von Volkswirten vorerst mit unverändertem Tempo fortgesetzt werden. Analysten dürften aber auf die Projektionen der Notenbank achten - und wie stark die EZB ihre Inflationsprognosen anheben wird.

Im Dax bremste eine gestrichene Kaufempfehlung vom Investmenthaus Stifel die nach ihrem Höhenflug bereits tags zuvor etwas schwächeren Papiere von BMW weiter aus. Sie verloren 1,4 Prozent. Volkswagen waren im Dax noch schwächer und mit minus 1,9 Prozent Index-Schlusslicht. Stifel-Analyst Daniel Schwarz ist für deutsche Autobauer aber weiter "bullish", für BMW erhöhte er Kursziel und Gewinnschätzungen deutlich. Nach dem starken Kursanstieg sei BMW nun aber höher bewertet als andere Hersteller.

Eine Reihe von kurzfristig verbuchten Großaufträgen lässt Aixtron noch optimistischer auf das Jahr blicken. Für das zweite Quartal erwartet der LED- und Chipindustrieausrüster Auftragseingänge "auf dem hohen Niveau" des ersten Jahresviertels. Auch für den Rest des Jahres sei mit einer starken Kundennachfrage zu rechnen, hieß es zur Begründung der erhöhten Prognose weiter. Die Anteile sprangen um fast zehn Prozent hoch. Auch Infineon beeinflussten die Aixtron-Nachrichten positiv. Mit plus 1,3 Prozent waren die Papiere vorne im Dax.

Gut sechs Prozent gewannen die Aktien des Außenwerbekonzerns Ströer . Die US-Bank Morgan Stanley hatte sie auf "Overweight" hochgestuft./ajx/fba