FRANKFURT (dpa-AFX) - Eine weitere Eskalation des Handelskonflikts zwischen den USA und China hat den Dax <DE0008469008> am Freitag unter die psychologisch wichtige Marke von 12 000 Zählern gedrückt. Zuletzt stand bei dem deutschen Leitindex ein Minus von 2,21 Prozent auf 11 982,70 Punkte zu Buche. Damit steuert das Börsenbarometer auf einen Wochenverlust von gut 3,5 Prozent zu.

Der MDax der mittelgroßen deutschen Werte <DE0008467416> büßte 1,82 Prozent auf 25 715,31 Punkte ein. Der EuroStoxx 50 <EU0009658145> sackte um mehr als 2 Prozent ab.

US-Präsident Donald Trump hatte neue Strafzölle gegen China angekündigt und Peking mit weiteren Schritten gedroht. Die für September angekündigten Strafzölle von 10 Prozent auf Güter im Wert von 300 Milliarden US-Dollar (270 Mrd Euro) könnten auf 25 Prozent oder "deutlich darüber hinaus" erhöht werden, warnte Trump. Alles hänge vom Abschluss eines Handelsabkommens mit China ab. "Wenn sie nicht mehr mit uns handeln wollen, dann wäre das für mich auch in Ordnung", sagte Trump.

"Die Investoren hofften in dieser Woche auf positive Signale aus Peking. Es ist nun aber klar, dass bei den Verhandlungen keine wirklichen Fortschritte erzielt wurden und Trump scheint die Geduld zu verlieren", schrieb Marktanalyst Milan Cutkovic vom Handelshaus AxiTrader. Die Börse müsse sich wohl oder übel damit abfinden, dass der Handelskonflikt noch eine Weile andauern werde. Denn Trumps aggressive Verhandlungstaktik und Drohungen ließen die Chance auf eine zeitnahe Lösung des Konflikts mehr und mehr schwinden.

In Frankfurt und auch europaweit trennten sich Anleger vor allem von solchen Werten, die in der Regel besonders sensibel auf konjunkturelle Veränderungen reagieren. So gingen zum Beispiel Aktien aus der Chipindustrie auf Talfahrt: Die Anteilsscheine von Infineon <DE0006231004> sackten am Dax-Ende um fast 6 Prozent ab und für die Papiere von Dialog Semiconductor <GB0059822006> sowie von Aixtron <DE000A0WMPJ6> ging es um mehr als 3 beziehungsweise gut 4 Prozent nach unten.

Gefragt aber waren die als recht robust geltenden Immobilienaktien. Insofern stiegen die Papiere von Vonovia <DE000A1ML7J1> im Dax um gut 0,7 Prozent. Sie profitierten auch von erfreulichen Geschäftszahlen: Steigende Mieten und Zukäufe im Ausland hatten im ersten Halbjahr für deutlich mehr Gewinn gesorgt. Analyst Neil Green von der US-Bank JPMorgan sprach von starken Resultaten.

Europas größtem Versicherer Allianz <DE0008404005> verzeichnete zwar einen überraschend hohen Gewinn. Verantwortlich dafür war aber vor allem ein Sonderertrag in der US-Lebensversicherung. Damit konnten sich die Anteilsscheine der aktuellen Marktschwäche nicht entziehen und fielen um mehr als 2,6 Prozent.

Lanxess <DE0005470405> trotzte zwar den sich eintrübenden Konjunkturaussichten. Dabei profitierte der Spezialchemiekonzern von gut laufenden Geschäften mit Wasseraufbereitungsprodukten sowie vom Projektgeschäft im Feinchemiebereich. Aber auch die Lanxess-Papiere gerieten in den Sog des schwachen Gesamtmarktes und sackten um fast 5 Prozent ab./la/jha/