FRANKFURT (dpa-AFX) - Kurz vor wichtigen geldpolitischen Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) hat der Dax <DE0008469008> seine jüngsten Gewinne ausgebaut. Der deutsche Leitindex rückte im frühen Handel am Donnerstag um 0,27 Prozent auf 12 557,27 Punkte vor. Aktuell bewegt sich das Börsenbarometer auf dem höchsten Niveau seit gut zwei Wochen. Damit rückt das jüngste Zwischenhoch von 12 656 Zählern immer näher.

Der MDax <DE0008467416> der mittelgroßen Werte legte um 0,14 Prozent auf 26 327,76 Punkte zu. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> zog um gut 0,5 Prozent an.

Nicht zuletzt die Erwartung unterstützender Maßnahmen der großen Notenbanken befeuert gegenwärtig die Aktienkurse. So dürfte die EZB am Nachmittag ihre jüngsten Signale einer Lockerung der Geldpolitik nach Einschätzung von Experten bekräftigen. Mit einer Zinssenkung rechnen die meisten Experten an diesem Donnerstag aber noch nicht.

Nach Einschätzung des Chefvolkswirts der Landesbank Baden-Württemberg, Uwe Burkert, dürfte sich die Europäische Zentralbank generell ein Stück weit an der Geldpolitik in den USA orientieren. "Die EZB wird warten, bis die Fed liefert und dann schauen, wie sie ihre Maßnahmen ausgestaltet", sagte Burkert. In einem ersten Schritt rechnet Burkert mit einer Verschärfung und Staffelung der Zinsen auf Einlagen der Banken bei der Europäischen Zentralbank .

Daneben richtete sich das Interesse auf die Quartalsberichte der Unternehmen. Am Vorabend hatte bereits die Deutsche Börse <DE0005810055> ihr Zahlenwerk veröffentlicht. Bei dem Unternehmen laufen die Geschäfte weiter rund. Im zweiten Quartal profitierte der Börsenbetreiber einmal mehr von dem hohen Absicherungsbedarf vieler Investoren. Damit stiegen die Aktien im Dax um gut 1 Prozent.

Der Chemiekonzern BASF <DE000BASF111> bleibt nach seinen erst jüngst deutlich gekappten Jahresziele pessimistisch. "Die weltweiten Risiken haben in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen", sagte Unternehmenschef Martin Brudermüller. Für die Papiere ging es etwas nach unten.

Im MDax stiegen die Anteilsscheine von Kion <DE000KGX8881> um rund vier Prozent an. Der Gabelstapler-Hersteller bestätigte nach einem überraschend guten zweiten Quartal - anders als der Konkurrent Jungheinrich <DE0006219934> - die Prognose.

Qiagen <NL0012169213> aber dämpfte die Erwartungen an Umsatz und Gewinn im laufenden Jahr. Der Biotech-Konzern begründete die schwächeren Aussichten mit Problemen in einer Partnerschaft in China. Die Qiagen-Papiere sackten am Index-Ende um mehr als 5 Prozent ab.

Im Nebenwertindex SDax <DE0009653386> sorgten die jüngsten Geschäftszahlen für noch größere Ausschläge. So zogen die Aktien von Aixtron <DE000A0WMPJ6> um gut 7 Prozent an. Der Spezialanlagenbauer hatte das abgelaufenen Quartal etwas besser als gedacht beendet und ist nun mit Blick auf die Profitabilität optimistischer als zuvor.

Der Telekomausrüster Adva Optical Networking <DE0005103006> aber hatte ein schwaches Quartal verzeichnet. Die Anteilsscheine knickten um rund 6 Prozent ein./la/zb