FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat nach Entspannungssignalen im Handelsstreit am Dienstag zur Erholung angesetzt. Der Dax <DE0008469008> machte und einen Teil seiner kräftigen Vortagesverluste wieder wett und rückte im frühen Geschäft um 0,44 Prozent auf 12 094,13 Punkte vor. Der MDax <DE0008467416> gewann 0,25 Prozent auf 25 545,02 Zähler und der EuroStoxx 50 <EU0009658145>, der Leitindex der Eurozone, rückte um 0,20 Prozent vor.

Tags zuvor hatte der fortgesetzte Handelsstreit wegen angekündigter US-Sanktionen gegen den chinesischen Smartphone-Hersteller Huawei vor allem die Chipbranche deutlich unter Druck gebracht. Auch wegen des Iran-Konflikts und der dadurch weiter steigenden Ölpreise hatten die Anleger mehrheitlich Vorsicht walten lassen. Inzwischen lockerten die USA in der Causa Huawei ihre Verfügungen etwas.

Daraufhin setzten im Dax auch die Anteile von Infineon <DE0006231004> zur Erholung an, drehten jedoch rasch wieder in die Verlustzone und gaben zuletzt um 0,2 Prozent nach. Tags zuvor waren sie wegen des Vorgehens der USA gegen Huawei um fast 5 Prozent abgesackt.

Favorit im Dax waren indes die Papiere von Siemens <DE0007236101> mit einem Plus von 1,7 Prozent. Eine Kaufempfehlung der Credit Suisse gab Auftrieb. Die Portfolio-Verschlankung und das Bekenntnis zur Verbesserung der Barmittel-Entwicklung überlagerten die kurzfristigen zyklischen Risiken, schrieben die Analysten der Schweizer Bank, hoben die Aktie auf "Outperform" und das Kursziel von 115 auf 143 Euro.

Die Anteile des Biotechnologieunternehmens Evotec <DE0005664809> profitierten von der Ankündigung einer Übernahme und stiegen im MDax um 3,2 Prozent. Evotec will den US-Biologika-Experten Just Biotherapeutics für bis zu 90 Millionen US-Dollar in bar komplett übernehmen. Mit dem Abschluss der Übernahme wird noch im Laufe dieses Quartals gerechnet. Derweil reagierten die Aktien von United Internet <DE0005089031> und ihrer Telekommunikationssparte 1&1 Drillisch <DE0005545503> kaum darauf, dass beide vor dem Hintergrund der andauernden 5G-Frequenzversteigerung nur eine Art symbolische Dividende ausschütten wollen. Beide legten leicht zu.

Ceconomy <DE0007257503> gewannen im SDax <DE0009653386> 1,5 Prozent und profitierten von besser als erwartet ausgefallenen Ergebniskennziffern im zweiten Geschäftsquartal des Unterhaltungselektronik-Händlers. Mit Verlusten zwischen 0,8 Prozent und 5,1 Prozent zeigten sich dort indes die Anteilsscheine von Rational <DE0007010803>, Hypoport <DE0005493365> und Leoni <DE0005408884> nach negativen Analystenkommentaren./ck/fba