FRANKFURT (dpa-AFX) - Eine Beruhigung an den Anleihemärkten hat den Dax am Montag zurück in die Gewinnspur gebracht. Mit plus 1,32 Prozent auf 13 968,11 Punkte begann der neue Monat März erfreulich.

"Es wird dem Dax jedoch sehr schwer fallen, dass Kursniveau von 14 000 Punkten nachhaltig zu überspringen", sagte Marktexperte Andreas Lipkow von Comdirect Bank. An der runden Hürde war das Barometer zuletzt immer wieder gescheitert. Laut dem charttechnischen Analysten Martin Utschneider von der Privatbank Donner & Reuschel sollten weitere kurzfristige Korrekturen ins Kalkül gezogen werden. Auf kurze Sicht zeige sich der Markt weiter sehr nervös, schrieb er am Morgen.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen legte zuletzt um 1,72 Prozent auf 31 807,30 Punkte zu. Der Nebenwerteindex SDax gewann 1,90 Prozent auf 15 396,74 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 1,6 Prozent hoch.

Die Rendite der zehnjährigen US-Anleihen, die zuletzt aus Sorge vor anziehender Inflation über die 1,5-Prozent-Marke gestiegen war, fiel ein wenig zurück. "Der Zinsanstieg ist zumindest vorerst gestoppt. Die deutliche verbale Intervention von EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel in der Vorwoche. habe ihre Wirkung nicht verfehlt", sagte Marktbeobachter Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Schnabel hatte eine weitere Stützung der Wirtschaft signalisiert, falls dies durch einen starken Anstieg der Kapitalmarktzinsen notwendig würde.

Im Blick bleibt die Corona-Lage mit der Sorge vor Mutationen mit gleichzeitigen Forderungen nach Lockerungen - und das geplante 1,9 Billionen US-Dollar schwere US-Konjunkturpaket. Dieses war in der Nacht zu Samstag im Repräsentantenhaus mit einer knappen Mehrheit durchgegangen. In einem nächsten Schritt muss nun der Senat zustimmen.

Nachrichtlich bewegt waren am Montag einige Werte aus dem SDax und MDax. So rutschten angesichts einer enttäuschenden Umsatzentwicklung die Aktien des Finanzdienstleisters Hypoport um mehr als sechs Prozent ab.

Global Fashion Group (GFG) schnellte dafür um fast 13 Prozent hoch. Der Online-Modehändler will nach einem deutlichen Wachstum 2020 auch im laufenden Jahr kräftig zulegen. Aktuell kosten GFG-Aktien 13,85 Euro pro Stück. Zum Vergleich: Im April 2020 waren sie für unter einem Euro zu haben.

Bei den Aktien von ProSiebenSat.1 und RTL Group war Konsolidierungsfantasie zu spüren. ProSiebenSat.1 gewannen rund drei Prozent, RTL zwei Prozent. Die RTL-Aktien wurden zudem von der Deutschen Bank von "Halten" auf "Kaufen" hochgestuft. Einen Beitrag für die Konsolidierungsfantasie in der Branche lieferte ein Interview mit dem Chef des RTL-Großaktionärs Bertelsmann, Thomas Rabe. Im "Spiegel" sagte dieser auf die Frage nach Gedankenspielen zu einer Übernahme von ProSiebenSat.1, dass er durchaus eine Chance sehe, wenn auch nicht unmittelbar.

Im Dax waren die Pandemie-Gewinner Delivery Hero und Deutsche Post vorne mit einem Zuwachs von jeweils um die 2,8 Prozent. Die Titel des Essenslieferdienstes fingen sich damit wieder nach ihrer zuletzt sehr schwachen Kursentwicklung. Deutsche Post bewegten sich weiterhin in der Nähe ihres Rekordhochs./ajx/mis