FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Einigung auf ein Haushaltspaket in den USA hat bei den Anlegern am deutschen Aktienmarkt am Dienstag für gute Laune gesorgt. Der Leitindex Dax <DE0008469008> baute seine jüngsten Gewinne aus und stieg um 0,70 Prozent auf 12 375,01 Punkte.

Der Index für mittelgroße Werte MDax <DE0008467416> legte um 0,29 Prozent auf 25 930,43 Punkte zu. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> zog etwas deutlicher an.

Mit der Einigung in den USA wurden größere Turbulenzen bis hin zu einem möglichen Regierungsstillstand abgewendet. "Mit dem US-Haushaltsdeal wird den Anlegern eine Sorge genommen", schrieb Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Eine erneute Schließung der Regierung und die Zwangsbeurlaubung von Beamten "hätten üble Spuren in der ohnehin wackeliger werdenden Konjunktur hinterlassen können".

So aber griffen die Anleger vor allem bei den Branchen zu, die in der Regel stark von guten Nachrichten für die Konjunktur profitieren. Besonders deutlich fielen die Kursgewinne bei den Autobauern <EU0009658681> aus: Die Anteilsscheine von BMW <DE0005190003> etwa zogen um knapp 4 Prozent an. Hier half auch ein positiver Analystenkommentar der US-Bank Morgan Stanley. Mit dem Amtsantritt des neuen Chefs Oliver Zipse könnten die Papiere eine Neubewertung erfahren, schrieb Analyst Harald Hendrikse.

In den Hintergrund rückte damit eine neuerliche Gewinnwarnung des Autozulieferers Continental <DE0005439004>. Die Anteilsscheine der Hannoveraner lagen nur kurz im Minus und schnellten zuletzt an der Dax-Spitze um gut 4 Prozent in die Höhe. Anleger könnten angesichts der ausgeprägten Schwäche der Branche bereits mit einer Gewinnwarnung der Hannoveraner gerechnet haben. So sprach Analyst Erwann Dagorne von der Barclays Bank von einem "Deja-vu".

Bester Wert im MDax waren die Anteilsscheine von Hella <DE000A13SX22>, die um mehr als 5 Prozent anzogen. Zusätzlichen Auftrieb verlieh den Aktien des Autozulieferers von Lichttechnik ein optimistischer Analystenkommentar von Mainfirst.

Ebenfalls gefragt waren die Papiere von Osram <DE000LED4000>, die knapp 3 Prozent gewannen. Für den in der Schweiz börsennotierten steirischen Halbleiterhersteller AMS <AT0000A18XM4> ist eine potentielle Übernahme des Lichttechnikkonzerns noch nicht vom Tisch.

Bei den Aktien von Staplerherstellern aber schlug eine Gewinnwarnung von Jungheinrich <DE0006219934> negativ durch. Das Unternehmen verwies auf eine geringere Investitionstätigkeit der Kunden wegen sich eintrübender gesamtwirtschaftlicher Rahmenbedingungen. Für den Analysten Omid Vaziri von Investmenthaus Jefferies überrascht nicht die Warnung an sich, das Ausmaß aber schon. Sie impliziere, dass es im zweiten Halbjahr in Europa keine Erholung geben werde.

Die Anteilsscheine von Jungheinrich sackten als klares Schlusslicht im Nebenwerteindex SDax <DE0009653386> um mehr als 8 Prozent ab und die Aktien des Wettbewerbers Kion <DE000KGX8881> verloren unter den schwächsten Papieren im MDax gut 4 Prozent.

Unter den Favoriten im SDax zogen die Aktien von Eckert & Ziegler <DE0005659700> um rund 6 Prozent an. Glänzende Geschäfte hoben die Stimmung beim Berliner Medizin- und Strahlentechnik-Unternehmen. Angesichts vorläufiger Geschäftszahlen für die ersten sechs Monate rechnet Vorstandschef Andreas Eckert für das laufende Jahr jetzt mit mehr Gewinn./la/jha/