FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax ist am Donnerstag wenig bewegt in den verkürzten letzten Handelstag des Jahres gestartet. Rund eine Stunde nach dem Börsenstart notierte der deutsche Leitindex 0,08 Prozent höher bei 15 865,56 Punkten. Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es um 0,03 Prozent auf 35 158,86 Punkte nach oben. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,29 Prozent auf 4297,32 Zähler.

Am Vortag hatte der Dax einer fünftägigen Erholungsrally etwas Tribut gezollt. Die Anleger blicken indes ungeachtet aller Widrigkeiten auf ein erfolgreiches Börsenjahr zurück: Trotz der anhaltenden Corona-Pandemie und der Aussicht auf steigende Leitzinsen in den USA steht aktuell ein Plus von fast 16 Prozent für den Leitindex zu Buche. Sein Rekordhoch hatte er Mitte November bei 16 290 Zählern markiert. Der MDax bringt es auf einen Jahresgewinn von gut 14 Prozent. An diesen Werten dürfte sich nicht mehr viel ändern, zumal der Handel bereits um 14.00 Uhr endet.

Einzelwerte wurden am Donnerstag vor allem von sogenannten "Window Dressing"-Maßnahmen bewegt. Darunter verstehen Börsianer Käufe und Verkäufe von Aktien, die bis dato besonders gut beziehungsweise schlecht gelaufen sind, um in der Jahresendabrechnung möglichst gut dazustehen.

Im Dax war dies etwa bei Sartorius , Merck KGaA und Siemens Healthineers zu beobachten. Die Aktien des Labordienstleisters und Pharmazulieferers Sartorius - ein Profiteur der Corona-Pandemie und seit Jahresbeginn ohnehin größter Gewinner im deutschen Leitindex - stiegen zuletzt um 1,3 Prozent, womit sie auch tagesaktuell Spitzenreiter sind. Für die ebenfalls gut gelaufenen Titel des Pharma- und Spezialchemiekonzerns Merck ging es um 0,8 Prozent hoch - die Aktien stellten erneut eine historische Bestmarke auf.

Die bislang ähnlich starken Anteilsscheine von Siemens Healthineers zeigten sich indes kaum bewegt. Händler verwiesen zwar auf die Notfallzulassung für einen neuen Corona-Schnelltest der Siemens-Tochter in den USA, der zur ohnehin guten Stimmung für die Aktie beitrug. Die Nachricht sei allerdings "keine große Sache", hieß es.

Die Titel des Halbleiterkonzerns Infineon trotzten mit einem Kursanstieg um rund ein halbes Prozent negativen Nachrichten aus der Technologiebranche. Ein Börsianer verwies auf Warnungen von Samsung Electronics und Micron, dass der anhaltende Lockdown in der chinesischen Metropole Xi’an die Halbleiterproduktion weiter beeinträchtigen könnte. Die Region stehe für rund zehn Prozent der weltweiten Produktionskapazitäten für sogenannte NAND-Chips, betonte der Experte. Er erinnerte indes daran, dass Infineon -Vorstand Helmut Gassel bereits in einem Interview am Vortag vor möglicherweise bis Ende 2022 anhaltenden Lieferengpässen gewarnt hatte.

Derweil führte Siemens Energy mit einem Kursminus von anderthalb Prozent die Verliererliste im Dax an. Im Jahresvergleich ist der Energiekonzern ebenfalls Index-Schlusslicht. Die Probleme der Windkraft-Tochter Siemens Gamesa sowie die anhaltende Restrukturierung in der Energietechnik machten der Siemens-Tochter 2021 schwer zu schaffen.

Auch im MDax profitierten einige gut gelaufene Werte von der anhaltenden Gunst der Anleger, wogegen schwach gelaufene Titel aus den Depots geworfen wurden. So legte mit den Aktien des auf die Baubranche spezialisierten Softwareanbieters Nemetschek einer der bisherigen Favoriten um weitere 1,6 Prozent zu.

Dagegen büßten Lufthansa 1,4 Prozent ein. Die Fluggesellschaft ist besonders stark von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen und steht deshalb auf Jahressicht in der Rangliste weit unten./gl/jha/