FRANKFURT (dpa-AFX) - Angeführt von Thyssenkrupp-Gewinnen und genährt von G20-Hoffnungen hat sich der Dax <DE0008469008> am Mittwoch nach seinem jüngsten Rückschlag wieder leicht in die Gewinnzone vorgearbeitet. Zum Handelsende legte der Leitindex um 0,14 Prozent auf 12 245,32 Punkte zu. Im breiteren Markt herrschte aber weiterhin Zurückhaltung: Der MDax <DE0008467416> für mittelgroße Werte verlor 0,59 Prozent und landete bei 25 294,77 Punkten. Auf dem Gipfel der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer in Japan steht vor allem das Treffen der Handelsstreit-Kontrahenten Donald Trump und Xi Jinping im Fokus. "Die Märkte hoffen auf ein freundliches Aufeinandertreffen und die Chancen dafür stehen nicht schlecht", sagte Frank Häusler, Chefstratege von Vontobel Asset Management. Denn Trumps Frist laufe allmählich ab, den Handelsstreit mit China beizulegen und damit angesichts der Präsidentschaftswahlen im nächsten Jahr einen wichtigen Erfolg für seine Wiederwahl zu verbuchen. Das Gipfeltreffen findet von Freitag bis Samstag statt. In Europa hieß es entsprechend Abwarten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> trat mit einem Minus von 0,04 Prozent quasi auf der Stelle. In Paris ging es für den Leitindex Cac 40 <FR0003500008> um 0,25 Prozent nach unten. In London gab es im FTSE 100 <GB0001383545> mit einem Minus von 0,08 Prozent ebenfalls kaum Bewegung. Ein politischer Brandherd, der am Markt derzeit ebenfalls für Unbehagen sorgt, ist der anhaltende Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Im Streit um Atomwaffen und Raketen hatte Trump den iranischen Öl- und Bankensektor mit neuen Sanktionen belegt. Die iranische Führung hatte zuletzt Verhandlungen und jegliche Kompromisse entschieden abgelehnt. Auf Unternehmensseite blieben die Thyssenkrupp <DE0007500001>-Aktien mit einem finalen Aufschlag von 6,88 Prozent unangefochten an der Dax-Spitze. Händler verwiesen auf Spekulationen, denen zufolge der finnische Hersteller Kone eine Offerte für die Aufzugsparte des Essener Konzerns vorbereitet. Positive Analystenstudien gaben zudem den Adidas <DE000A1EWWW0>-Aktien <DE000A1EWWW0> Rückenwind, darunter eine Kaufempfehlung der Berenberg-Bank. Analyst Graham Renwick hält die Gewinnerwartungen des Marktes für den "Superstar" zu konservativ und den Kursabschlag auf den Wettbewerber Nike <US6541061031> für überzogen. Adidas sprangen in der Spitze auf ein Rekordhoch von 275,60 Euro. Zum Handelsende belief sich das Plus auf 2,93 Prozent bei 270,90 Euro. Erzrivale Puma packte unterdessen mit einen Anstieg auf 57,00 Euro noch etwas auf den erst am Vortag erreichten Spitzenkurs drauf. Zuvor hatten die Analysten der US-Investmentbank Goldman Sachs <US38141G1040> ihr Kursziel auf 70 Euro angehoben. Sie trauen dem Papier damit so viel wie kein anderer derzeit zu. Anführer im MDax waren allerdings die Papiere von Osram <DE000LED4000> mit einem Plus von 5,54 Prozent. Am Dienstag war bekannt geworden, dass der Leuchtmittelhersteller einen Käufer für seine Problemsparte Siteco gefunden hat. Sie soll an die Beteiligungsgesellschaft Stern Stewart Capital gehen. Aktien des Chemikalienhändlers Brenntag <DE000A1DAHH0> weiteten ihre Verluste nach einer Stellungnahme des Unternehmens zu einem kritischen Bericht der Süddeutschen Zeitung weiter aus. Am Ende des Tages lag das Minus bei 3,63 Prozent. Schlusslicht im MDax war aber Morphosys <DE0006632003> mit minus 4,83 Prozent. Ein angekündigter Chefwechsel sorgte für Unsicherheit. Im Index für kleine Unternehmen SDax <DE0009653386> sackten die Papiere des LKW-Zulieferers Jost <DE000JST4000> um 8,77 Prozent ab. Zuvor war bekannt geworden, dass sich die Finanzinvestoren Bain Capital und Black Diamond vollständig von ihren Anteilen trennen wollten. Händler sprachen aber von hoher Nachfrage seitens der Anleger. Am Rentenmarkt blieb die Umlaufrendite unverändert bei minus 0,35 Prozent. Der Rentenindex Rex <DE0008469107> stieg um 0,02 Prozent auf 144,75 Punkte. Der Bund-Future <DE0009652644> sank um 0,26 Prozent auf 172,38 Punkte. Der Euro <EU0009652759> gab etwas nach und kostete zuletzt 1,1390 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,1362 Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8801 (0,8781) Euro gekostet./ag/mis/kro/he --- Von Karolin Rothbart, dpa-AFX ---